Köln (SID) - Alexandra Popp und Co. hüpften in ihren weißen Meister-Shirts erst singend über den Rasen, dann eröffneten die Wolfsburgerinnen mit ausgiebigen Sektduschen ihre Titelparty: Während ihre männlichen Kollegen noch um den Klassenerhalt zittern müssen, sicherten sich die VfL-Fußballerinnen trotz einer Niederlage am vorletztem Bundesliga-Spieltag ihre dritte Meisterschaft nach 2013 und 2014.

"Es ist eine Riesenfreude, dass wir das geschafft haben. Wir haben eine überragende Rückrunde gespielt", sagte VfL-Trainer Ralf Kellermann nach der dank Münchner Schützenhilfe leicht zu verschmerzenden 0:2 (0:0)-Niederlage beim SC Freiburg. Denn da Verfolger Turbine Potsdam zeitgleich gegen  Bayern München 0:4 (0:3) verlor, ist der VfL bei nun vier Punkten Vorsprung auf die Bayern nicht mehr einzuholen.

VW-Aufsichtsratchef Francisco Garcia Sanz gratulierte umgehend. Der dritte Meistertitel habe "angesichts der immer stärker werdenden Konkurrenz im deutschen Frauenfußball einen ganz besonders hohen Stellenwert. Denn sie ist das ehrliche Ergebnis der Arbeit eines ganzen Jahres".

Kellermann, der nach neun Jahren den Trainerposten an seinen Assistenten Stephan Lerch abgibt und sich auf den Job als Sportdirektor konzentriert, winkt nun zum Ende seiner Ära das Double. Im DFB-Pokalfinale am 27. Mai (15.00 Uhr/ARD) in Köln trifft der Titelverteidiger wie im Vorjahr auf den SC Sand. 

Trotzdem durfte am Sonntag ausgelassen gefeiert werden. "Das wird eine lange Busfahrt nach Hause, danach werden wir sicher noch spontan etwas auf die Beine stellen", sagte Kellermann. 

Im Kampf um die Vize-Meisterschaft und das zweite Champions-League-Ticket haben die entthronten Münchnerinnen vor dem Saisonfinale am kommenden Sonntag zwei Punkte Vorsprung auf Herbstmeister Potsdam. "Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass das heute unser Halbfinale ist, das Finale haben nun gegen Essen", sagte Bayern-Coach Thomas Wörle.

Als zweiter Absteiger neben Schlusslicht Borussia Mönchengladbach steht Bayer Leverkusen nach einer 1:7 (1:2)-Pleite bei der SGS Essen fest. Der Tabellenzehnte MSV Duisburg gewann das Aufsteigerduell in Gladbach 3:1 (1:1) und darf sich über den Klassenerhalt freuen.