Rheinstetten (SID) - Kleine Brötchen statt großer Klappe: Die deutsche Box-Hoffnung Vincent Feigenbutz will trotz der erfolgreichen Verteidigung seines Intercontinental-Titels des Weltverbandes IBF im Supermittelgewicht erst nach einer weiteren Aufbauphase einen neuen Anlauf auf den WM-Titel nehmen.

"Ich kann schon größere Gegner boxen, aber gegen die Weltspitze warten wir noch bis nächstes Jahr", sagte der Karlsruher nach seinem einstimmigen Punktsieg in Rheinstetten gegen den Ungar Norbert Nemesapati (118:110, 116:112, 117:111) betont realistisch.

Ungeachtet seines 26. Erfolgs im 28. Profi-Kampf (23 davon durch K.o.) ist sich der 21-Jährige, der Ende 2015 bei der Niederlage im ersten WM-Kampf seiner Karriere gegen den Italiener Giovanni de Carolis bitteres Lehrgeld bezahlt hatte, seiner Schwächen durchaus bewusst. "Ich lerne langsam boxen. Vorher habe ich ja nur wild geboxt. Kraft und Ausdauer habe ich, mir fehlt nur noch die Technik. Ob ich gegen die ganz Großen gewinnen würde, ist fraglich."

Sein allerdings insgesamt überzeugender Fight ("Ich wollte cool boxen und mich technisch weiterbringen. Ich glaube, das habe ich geschafft") ließ die Chancen von "Iron Junior" auf einen neuen WM-Kampf immerhin schon deutlichere Konturen annehmen. "Von Trainerseite her können wir ab Januar gegen jeden boxen", sagte sein Coach Valentin Silaghi nach dem Schlussgong. In der Gewichtsklasse seines Schützlings kommen immerhin Weltmeister Tyron Zeuge und Ex-Champ "King" Arthur Abraham (beide Berlin) in naher Zukunft als Kontrahenten in Betracht.

Zunächst einmal will Feigenbutz sich aber von den Strapazen der Vorbereitung auf Nemesapati in den slowenischen Bergen erholen. "Jetzt", sagte der Rechtsausleger, "mache ich eine kleine Pause und gehe angeln. Ich habe lange durchtrainiert und bin auch ein bisschen im A..."