Brüssel/Washington (dpa) - Anlass des drohenden Laptop-Verbots im Kabinenraum von Flugzeugen sind US-Informationen über eine mögliche Terrorgefahr. US-Medien hatten Anfang April berichtet, Terrororganisationen hätten Wege gefunden, Sprengsätze in Laptops und anderen elektronischen Geräten zu verbergen.

Allerdings hat die Washingtoner Regierung ihre europäischen Partner über Details zunächst einmal nicht informiert - was für Irritationen sorgte. An diesem Mittwoch wollen sich beide Seiten in Brüssel austauschen.

Fraglich ist, ob eine solche Vorgabe die Sicherheit an Bord tatsächlich erhöhen würde. "Worin der Sicherheitsgewinn bestehen könnte, darüber haben wir derzeit keine Kenntnis", erklärt Claudia Nehring vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). "Von den Behörden wurde uns keine verschärfte oder veränderte Sicherheitslage angezeigt, deshalb gibt es aus unserer Sicht eigentlich keinen Anlass für eine Änderung der Sicherheitsbestimmungen."

Blaupause könnte das schon umgesetzte Verbot für Direktflüge von zehn Flughäfen im Nahen Osten und Nordafrika sein. Davon sind elektronische Geräte betroffen, die größer sind als Mobiltelefone also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras.

Die Lagerung zahlreicher Lithium-Akkus im Frachtraum gilt allerdings als mögliches Brandrisiko. Ein solches Feuer wieder zu löschen, könne sich als unmöglich erweisen, warnt der europäische Pilotenverband European Cockpit Association. Ein Brand während eines Flugs werde höchstwahrscheinlich "katastrophal" verlaufen. Wenn es eine ernsthafte Gefahr gebe, sei es besser, tragbare elektronische Geräte gänzlich aus Flugzeugen zu verbannen.

Bericht Washington Post

Bericht New York Times

Informationsblatt der US-Behörden zu früherem Laptop-Verbot für bestimmte Flughäfen - Englisch

Europäischer Pilotenverband European Cockpit Association zum Thema - Englisch