Köln (SID) - Die verharmlosenden Aussagen von Rund-um-Köln-Organisator Artur Tabat zur Dopingvergangenheit des ehemaligen Toursiegers Jan Ullrich haben Konsequenzen. Sportchef Steffen Simon vom verantwortlichen Fernsehsender WDR kündigte eine veränderte inhaltliche Ausrichtung der Übertragung des Rennens am 11. Juni an. "Wir halten an unserer geplanten Zusammenfassung fest, es wird aber kein reiner Rennbericht mehr werden. Wir werden uns auch mit den Aussagen von Herrn Tabat beschäftigen", sagte Simon dem SID.

Tabat hatte die Verpflichtung von Jan Ullrich als Sportlicher Leiter des Rennens im Gespräch mit dem SID verteidigt und bezüglich dessen früherer Dopingvergehen erklärt: "Kritische Stimmen gibt es immer. Aber schauen Sie sich an, was in Russland mit Doping passiert. Da war das früher doch harmlos." Der Posten bei Rund um Köln ist für Ullrich der erste offizielle Auftritt auf der Radsportbühne seit seinem Rücktritt 2007.

Steffen Simon kann die Aussagen Tabats nicht nachvollziehen, "sie leisten der aktuellen Fahrergeneration einen Bärendienst". Aktuelle Fahrer wie Marcel Kittel, Andre Greipel und John Degenkolb stünden laut Simon "für einen sauberen Radsport".

Der Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes hatte den Radsport in seinen Grundfesten erschüttert und in seiner Existenz bedroht. Ullrich hat sich bis heute nicht von seinem Verhalten distanziert und vielmehr erklärt, er habe nicht betrogen, sondern nur wegen der Chancengleichheit Blutdoping betrieben. Er habe sich dadurch keinen Wettbewerbsvorteil verschafft.