Köln (SID) - Nach dem Penalty-Krimi mit Happy End war Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm froh, nicht auf seinen erfahrenen Assistenten gehört zu haben. "Ich hatte einfach das Gefühl, dass die drei Spezln, die immer zusammen sind, die Richtigen waren", sagte der 38-Jährige nach dem 4:3-Sieg nach Penaltyschießen gegen Lettland, der die deutsche Nationalmannschaft ins WM-Viertelfinale führte.

Den Münchner Dominik Kahun, NHL-Star Leon Draisaitl und US-Collegespieler Frederik Tiffels, allesamt 21 Jahre jung und als Jugendliche in Mannheim Teamkollegen, hatte Sturm für das Penaltyschießen ausgewählt. Co-Trainer Geoff Ward, Meistermacher in Mannheim und erfahrener Coach in Nordamerika, hatte abgeraten. "Er hat gesagt: Lieber nicht", berichtete Sturm, der sich aber durchsetzte und am Ende jubelte: Tiffels, erst seit Anfang April Nationalspieler, verwandelte den entscheidenden Penalty. 

Der gebürtige Kölner, vor wenigen Wochen selbst den meisten Mitspielern noch unbekannt, entschied vor 18.797 Zuschauern in seiner Heimatstadt das Nervenspiel um das letzte Ticket für die K.o.-Runde. "Das war schon wunderschön. Ein geiler Moment für mich, aber auch für das ganze Team", sagte Tiffels: "Jetzt freuen wir uns auf das Viertelfinale, da ist alles drin." Gegner ist am Donnerstag (20.15 Uhr/Sport1) Olympiasieger und Titelverteidiger Kanada.

Der Mannheimer David Wolf und Dennis Seidenberg von den New York Islanders hatten mit einem Doppelschlag in 28 Sekunden (32.) die deutsche Mannschaft mit 2:0 in Führung gebracht. Gunars Skvorcovs (39.), Janis Sprukts (49.) und Andris Dzerins (57.) drehten das Spiel zugunsten der Letten, ehe Schweden-Legionär Felix Schütz 32 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit die Verlängerung erzwang.