Frankfurt/Main (SID) - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat seinen Neu-Nationalspieler Kerem Demirbay bei der Entscheidung für eine Karriere in der DFB-Elf nicht unter Druck gesetzt. "Wir können nachvollziehen, dass den Spielern eine solche Entscheidung nicht leichtfällt und sie sich innerlich zerrissen fühlen. Daher üben wir im DFB keinerlei Druck auf sie aus oder treten in irgendeinen Wettstreit mit einem anderen Verband ein. Wir machen auch keine falschen Versprechungen", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff dem SID am Donnerstag. 

Alle Spieler sollten in ihrer Entscheidung frei sein. "Dass Spieler wie Mesut Özil, Sami Khedira oder Jerome Boateng eine emotionale Beziehung zu dem Land ihrer Eltern, Großeltern und Verwandten haben, das ist doch selbstverständlich, das wissen und respektieren wir", sagte Bierhoff. "Umso mehr freut uns, wenn Spieler sich dann bewusst für den DFB entscheiden."

Allerdings erwarte der Verband, "dass sie sich zu Deutschland und unseren Werten bekennen. Wir werden Kerem mit offenen Armen empfangen und ihn bei der Nationalmannschaft unterstützen."

Der Offensivspieler von 1899 Hoffenheim hatte am Mittwoch erhebliche Verwirrung ausgelöst. Kurz nach seiner Nominierung für den Confed Cup in Russland (17. Juni bis 2. Juli) veröffentlichte der türkische Verband TFF ein Schreiben an den Weltverband FIFA vom 15. Mai (Montag): Demirbay erklärt darin, er wolle künftig für die Türkei spielen. 

Der 23-Jährige erklärte, er habe lediglich prüfen wollen, "ob für mich überhaupt die Möglichkeit bestand, für die Türkei zu spielen". Er habe "das Schreiben dann leichtsinnigerweise ohne inhaltliche Prüfung unterschrieben. Der Inhalt des Schreibens entspricht im Übrigen nicht den Tatsachen." Er sei ausschließlich deutscher Staatsbürger.

Im Interview mit dem Portal transfermarkt.de versicherte er: "Ich habe mich entschieden, für Deutschland zu spielen, da ich hier geboren wurde, aufgewachsen bin und mich auch mit der deutschen Nationalmannschaft absolut identifiziere." 

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann wollte sich in die Diskussion nicht einmischen. "Er hat immer mal wieder gefragt, was er tun soll. Da kannst du als Trainer schon deine Meinung äußern, aber einen richtigen Rat kann es nicht geben", sagte er am Donnerstag: "Letztendlich muss jeder auf sein eigenes Herz hören."