Montréal (SID) - Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) treibt die Schaffung einer unabhängigen Prüfstelle für Doping-Testverfahren (ITA) voran. Das teilte die WADA im Rahmen ihres Board-Meetings am Donnerstag im kanadischen Montréal mit. Diese Prüfstelle werde ein "Puzzlestück" im Kampf gegen unerlaubte Leistungssteigerung sein und werde die Tests "effizienter" gestalten. Sie könnte schon zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang/Südkorea einsatzbereit ein.

Ziel ist es, mit den internationalen Verbänden der verschiedenen Sportarten einen verbindlichen Testverteilungsplan zu entwickeln. Verstöße einzelner Athleten könnten den Ausschluss von großen Sportevents bedeuten. Allerdings räumte die WADA gleich am Donnerstag auch ein, dass eine Teilnahme an diesem Programm den Verbänden überlassen bleibe. Es sei "rechtlich nicht möglich, sie zu zwingen".

Die Führung der Prüfstelle soll sich aus fünf Mitgliedern zusammensetzen. Neben dem Vorsitzenden sollen ein Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), ein Repräsentant eines internationalen Sportverbandes, ein Athlet sowie ein Doping-Experte dazugehören. Ein WADA-Vertreter soll zudem eine beobachtende Funktion ausfüllen. Das IOC hatte die Schaffung einer entsprechenden unabhängigen Prüfstelle zuletzt bereits gefordert.