Xanten/München (dpa) - Der Kinder- und Jugendbuchautor Willi Fährmann ist tot. Der Schriftsteller starb am Donnerstag im Alter von 87 Jahren im Kreise seiner Familie in Xanten, wie sein Sohn Tom der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Das war ein langer Lebensweg, der normal und friedlich zu Ende gegangen ist", sagte Sohn Tom.

Fährmann war mehrmals im In- und Ausland für seine Arbeit ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis und mit dem Verdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland. "Mein Vater hat immer in zwei Ebenen gedacht: Neben der Lust am Geschichtenschreiben wollte er immer auch einen ganzen Kanon an Werten transportieren", sagte Sohn Tom Fährmann.

Willi Fährmann wurde 1929 in Duisburg geboren. Vor seiner Zeit als Autor begann er eine Lehre als Maurer, konnte dann über ein Programm zur Begabtenförderung in Münster und Oberhausen Pädagogik studieren. 1954 kam Fährmann als Lehrer zurück in die Schule, 1963 wurde er Schulleiter in Xanten am Niederrhein, wo er seitdem lebte.

Seine ersten Bücher erschienen ab 1956. Zu den bekanntesten Werken des Autors zählen "Das Jahr der Wölfe" (1962), "Christina, vergiss nicht" (1974) und "Der lange Weg des Lukas B." (1980). In "Das Jahr der Wölfe" beschreibt Fährmann die Flucht einer ostpreußischen Familie vor der Roten Armee. Grundlage des Buches waren Erinnerungen des Sohnes der geflohenen Familie, der aus dem Heimatort von Fährmanns Vater kam.

Schon Ende der 1980er Jahre wurden insgesamt mehr als eine Million Bücher von Fährmann gedruckt und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Einige seiner Werke wurden zudem verfilmt oder auf Bühnen aufgeführt. Fährmann hinterlässt seine Ehefrau Elisabeth und drei Kinder.

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