Hamburg (SID) - Lebenslange Stadionverbote, Abschaffung der Stehplätze und personalisierte Tickets: Im Kampf gegen gewalttätige Fußballfans plädiert Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius für eine Politik der "maximalen Abschreckung". Dies sagte der SPD-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit Blick auf die jüngsten Eskalationen bei den Relegationsspielen in München und Braunschweig.

Wenn die Gewalt in den Stadien sich so weiterentwickeln sollte, "muss man auch über personalisierte Tickets nachdenken oder über Stadien ohne Stehplätze". Mit dem Kauf von Eintrittskarten "muss auch im Bedarfsfall, also insbesondere bei Hochsicherheitsspielen, die Pflicht zur Anfahrt unter Polizeibegleitung verbunden sein", sagte Pistorius.

Der 57-Jährige nahm auch die Klubs und die Profis mit in die Verantwortung. Schon verbale Gewalt müsse "geächtet werden, auch öffentlich durch die Verantwortlichen und auch die Spieler", forderte Pistorius. "Wenn skandalöse Plakate gezeigt werden, wenn Pyros fliegen, darf die Mannschaft insbesondere die Kurve hinterher nicht dafür abfeiern. Die fühlen sich doch dann ausdrücklich bestätigt in ihrem kriminellen Treiben."

Pistorius plant einen Fußballgipfel für den 10. August in Hannover, um mit Fans, Aktiven und Funktionären über Gegenmaßnahmen und über die Fußballkultur zu reden. Dies kündigte er in der Neuen Osnabrücker Zeitung an.