London (dpa) - Ritterrüstung, Kronleuchter und Gemälde: Für umgerechnet rund 6,4 Millionen Euro hat das Haus Hohenzollern Kunstschätze aus dem Familienbesitz in London versteigert.

Zu den knapp ein Dutzend beim Auktionshaus Sotheby's verkauften Kunstwerken gehörte ein vergoldetes Trinkgefäß in Form eines Hirsches, das am Mittwoch für 2,6 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Das Kunstwerk, das einst dem ersten preußischen König Friedrich I. gehörte, erzielte damit beinahe das Zehnfache seines Schätzwerts. Eine Rüstung italienischer Machart wurde für 1,2 Millionen Euro ersteigert.

Unter den Hammer kamen auch zwei Kandelaber aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses - sie wurden für umgerechnet 1,1 Millionen Euro verkauft. Rund 1,4 Millionen Euro erzielten fünf Gemälde, unter anderem mit Ansichten des Berliner Stadtschlosses. Keinen Käufer fand ein handgeschriebenes und illustriertes Buch mit preußischen Uniformen aus dem Besitz Kaiser Wilhelms II.

Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte den Entschluss, "national wertvolle Kunstwerke" im Ausland zu versteigern, bedauert. Die Hohenzollern seien nicht bereit gewesen, mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten direkte Verkaufsverhandlungen zu führen und die Objekte damit für die Allgemeinheit hier zu sichern.

Die Familie habe sich bewusst für einen öffentlichen Verkauf entschieden, um allen Interessierten die Gelegenheit zur Teilnahme zu geben, hatte der Prinz von Preußen, Chef des Haus Hohenzollern, der Deutschen Presse-Agentur gesagt.