London (SID) - US-Topstar Allyson Felix hat zum Abschluss der WM in London mit der amerikanischen 4x400-m-Staffel Gold gewonnen und ist damit erfolgreichster Leichtathlet in der Geschichte der Weltmeisterschaften. Die USA setzten sich am Sonntagabend in 3:19,02 Minuten vor Großbritannien (3:25,00) und Polen (3:25,41) durch. 

Das deutsche Quartett mit Ruth Sophia Spelmeyer (Oldenburg), Laura Müller (Rehlingen), Nadine Gonska und Hannah Mergenthaler (beide Mannheim) kam nach einem beherzten Rennen auf Platz sechs (3:27,45), Titelverteidiger Jamaika schied aufgrund einer Verletzung der zweiten Läuferin aus.

"Wenn man das erste Mal im Finale steht, will man natürlich nach den Sternen greifen. Wir haben uns schon ein bisschen vorgestellt, dass der Stern bronzefarben sein könnte", sagte Spelmeyer, die im Einzelrennen als zweitbeste Europäerin im Halbfinale ausgeschieden war: "Wir sind aber auch so zufrieden, die Zeit hätte noch ein bisschen besser sein können."

Über 4x400 m der Männer siegte völlig überraschend Trinidad und Tobago in 2:58,12 Minuten vor Topfavorit USA (2:58,61) und Großbritannien (2:59,00). Damit endete die Vorherrschaft der Amerikaner, die seit 1993 zwölfmal in Folge bei Weltmeisterschaften als Erste ins Ziel gelaufen waren.

Die Titel 1997, 1999, 2001 und 2003 waren ihnen aber aberkannt worden, weil sich die Staffel-Mitglieder Antonio Pettigrew und Calvin Harrison später als Dopingsünder herausstellten.

Die 31 Jahre alte Felix zog mit nun elf Titeln und fünf weiteren Medaillen am Jamaikaner Usain Bolt vorbei, der ebenfalls elfmal WM-Gold, aber nur drei weitere Medaillen gewonnen hat. Felix gehörte bereits am Samstag zur siegreichen 4x100-m-Staffel der USA. Über 400 m hatte sie Platz drei belegt.

Zuletzt hatte sich 2009 in Berlin (Platz vier) eine deutsche Staffel für ein WM-Finale über 4x400 m qualifiziert. 1997 war ein Quartett um Grit Breuer in Athen Weltmeister geworden, 1999 (Bronze) und 2001 (Silber) gab es weitere Medaillen.