Bergen (SID) - Herber Dämpfer für John Degenkolb: Der Hoffnungsträger des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) für das Straßenrennen der WM in Bergen/Norwegen am kommenden Sonntag muss seinen Start aus gesundheitlichen Gründen absagen. Der Klassikerspezialist laboriert nach wie vor an den Folgen einer Atemwegserkrankung, die ihn im August zum Ausstieg bei der Vuelta gezwungen hatte. Routinier Johannes Fröhlinger (Gerolstein) nimmt Degenkolbs Platz im Aufgebot ein.

"Ich bin extrem enttäuscht und traurig. Ich habe so viel dafür getan, in Top-Form zu kommen, auch weil der Verband mir mit der Kapitänsrolle sehr großes Vertrauen entgegenbrachte", sagte Degenkolb (28), der aufgrund der Topographie der fast 280 km langen Strecke als Medaillenkandidat galt. Der Roubaix- und Sanremo-Sieger von 2015 fügte an: "Ich muss ehrlich sein, nicht nur gegenüber mir selbst, sondern auch gegenüber meinen Teamkollegen und dem Verband."

Degenkolb hatte zuletzt vergeblich versucht, bei der Dänemark-Rundfahrt in Tritt zu kommen, wie Jens Hinder, der Mannschaftsarzt seines Teams Trek-Segafredo ausführte. "Johns Atemwegsbeschwerden haben bei hoher Belastung nicht nachgelassen, und es bedarf weiterer Untersuchungen. Darum ist aus medizinischer Sicht eine WM-Teilnahme nicht ratsam", sagte er.

BDR-Vizepräsident Udo Sprenger zeigte sich enttäuscht. "Für uns ist das ein schwerer Schlag. Trotzdem sind wir auch ohne ihn nicht chancenlos", sagte Sprenger. Einen festen Kapitän wird es im BDR-Team nun nicht geben, eine Führungsrolle könnten jedoch Tony Martin (Cottbus) und Nikias Arndt (Buchholz) erhalten.