São Paulo (SID) - Die wiederholten Antriebsdefekte an den Formel-1-Boliden von Toro Rosso haben zu einem offenen Streit mit Motorenlieferant Renault geführt. Die Franzosen hatten dem Rennstall zunächst vorgeworfen, die Aggregate falsch zu verwenden und damit die Probleme selbst auszulösen. Toro Rosso wehrte sich am Samstag vor dem Großen Preis von Brasilien und deutete sogar an, Renault habe die Misere ausgelöst um das eigene Werksteam zu stärken.

"Wir dürfen nicht vergessen, dass sie gegen uns um eine bessere Platzierung in der Team-Weltmeisterschaft kämpfen", hieß es in der Toro-Rosso-Mitteilung: "Vielleicht ist diese Situation wirklich kein Zufall, aber es liegt sicher nicht an unserem Auto."

Das Ausbildungsteam von Red Bull unterstrich, dass ihm zu wenige neue Motorenteile zur Verfügung stünden, daher sei man dazu gezwungen, alte Bauteile immer wieder zu verwenden. Dies sei "einer der Hauptgründe für die Probleme".

Vor dem dritten freien Training kam es im Fahrerlager gar zu einem Wortgefecht zwischen Renault-Sportchef Cyril Abiteboul und Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko. Abiteboul bezeichnete die Andeutungen von Toro Rosso später als "Witz". Die Beziehung zwischen den Geschäftspartnern ist ohnehin angespannt, Toro Rosso hatte sich zuletzt vorzeitig zum Jahresende von Renault getrennt und wird in der kommenden Saison mit Honda-Aggregaten antreten.

Red Bull war am Samstag um Beruhigung der Lage bemüht und zitierte Marko in einer offiziellen Mitteilung. Man habe in zehn Jahren mit Renault die verschiedensten Emotionen gemeinsam durchlebt, und am Ende der Saison kochten diese nun mal hin und wieder hoch, so Marko: "Es stand nie in Frage, dass unser Motorenlieferant uns fair behandelt. Und das gilt auch heute noch."