Lausanne (SID) - Der juristische Streit zwischen dem deutschen Profi-Radsportteam Bora-hansgrohe und dem Weltverband UCI um den Ausschluss von Weltmeister Peter Sagan von der Tour de France 2017 ist beigelegt. Im Vorfeld einer für Dienstag angesetzten Anhörung vor dem Sportgericht verkündeten beide Parteien eine außergerichtliche Einigung. 

Der Massensturz im Finale der vierten Etappe in Vittel wird nun auch von der UCI als Rennunfall bewertet. Im Juli waren die Kommissare noch der Ansicht gewesen, dass Sagan den Briten Mark Cavendish im Sprintfinale durch einen Ellbogenschlag gefährdet und zu Fall gebracht hatte. Der Slowake wurde am gleichen Tag vom Rennen ausgeschlossen, Bora ging erfolglos gegen die Entscheidung vor.

Die Neubewertung des Weltverbandes beruhe auf "detaillierten Videoanalysen, die zum Zeitpunkt der Disqualifikation Sagans durch die Rennleitung noch nicht zur Verfügung gestanden hatten", teilte das Team mit. Um derartige Vorfälle künftig zu verhindern, soll die Jury bei den wichtigsten Rennen um einen Experten der Videoanalyse erweitert werden. Das erklärte UCI-Präsident David Lappartient.

Sagan nahm die Entscheidung mit Wohlwollen auf. "Es ist schön zu sehen, dass es nun positive Entwicklungen gibt, denn für unseren Sport sind faire und nachvollziehbare Entscheidungen sehr wichtig, auch wenn die Emotionen einmal hochgehen", sagte der 27-Jährige.