Berlin (dpa) - Kinderärzte wenden sich gegen Forderungen aus der Politik, Altersangaben minderjähriger Flüchtlinge obligatorisch zu überprüfen. Ein solches Vorgehen sei medizinisch schwierig, sagte der Präsident des Verbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bei der Röntgenuntersuchung von Handknochen sei ein entwicklungsabhängiger Korridor von plus/minus etwa zwei Jahren zu berücksichtigen. Auslöser der Debatte war der Fall im rheinland-pfälzischen Kandel, wo ein angeblich minderjähriger Flüchtling seine 15-jährige Ex-Freundin getötet haben soll.