Münster - Der Gesetzgeber soll sich nach Ansicht von Experten stärker für die Belange von Linkshändern einsetzen. Gebrauchsgegenstände, Werkzeugmaschinen oder Musikinstrumente seien fast ausschließlich für Rechtshänder konzipiert, kritisierte Matthias Wüstefeld von der Linkshänderberatung in Münster anlässlich des Internationalen Weltlinkshändertags. Auch Computer seien "zu 99 Prozent" auf die Bedürfnisse von Rechtshändern eingerichtet.

Die Folgen könnten Haltungsschäden oder Kopfschmerzen sein, die oft medikamentös behandelt würden, ohne dass die wahre Ursache beseitigt werde. Hier müsse es gesetzliche Vorgaben für linshändergerechte Produkte und Arbeitsplätze geben, forderte Wüstefeld. Allerdings hätten Linkshänder in Deutschland noch keine Lobby. Vergebliche Suche Der Diplom-Sozialpädagoge kritisierte zudem die Preise für Linkshänder-Produkte. Diese seien in der Regel viel zu teuer. So koste eine einfache Computertastatur, bei der der Ziffernblock auf der linken Seite ist, über 70 Euro. Er selbst suche beispielsweise seit vier Jahren vergebens nach einer Digitalkamera mit dem Auslöser auf der linken Seite.

Einen großen Handlungsbedarf macht auch Sylvia Weber von der Beratungsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder in Markt Indersdorf aus. Bei Produkten für Kinder gebe es zwar schon "relativ viel". Gerade Lerncomputer seien aber noch meist mit einer Rechtshänder-Maus ausgestattet. Je größer die Kinder würden, desto schwieriger werde es, passende Gebrauchsgegenstände zu finden. "Da ist noch sehr, sehr viel zu tun", betonte die Diplom-Biologin.

Zahlen, wie viele Deutsche Linkshänder sind, werden vom Statistischen Bundesamt nicht erhoben. Laut Wüstefeld bewegen sich die Schätzungen zwischen 10 und 50 Prozent.

(tso/ddp)

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