München - Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, taucht der Name des 32-Jährigen in einem von Fuentes unterschriebenen Fax auf. Gerichtet ist die Mitteilung an Nelson Giraldo Flores. Der Kolumbianer soll für Fuentes als Dopingkurier gearbeitet haben. Der Tour-de-France-Sieger von 1997 hat bislang jeden Kontakt zu Fuentes bestritten.

In dem Fax gibt Fuentes die Mitarbeiter- und Teilnehmerliste des "Festivals im Mai" durch und bittet um entsprechende Hilfe. Mit dem Festival ist offenbar der Giro d'Italia 2006 gemeint. Bei sechs der sieben aufgeführten Namen handelt es sich um Radprofis, die allesamt an der Italien-Rundfahrt teilnahmen - darunter der spätere Giro-Sieger und inzwischen vom CSC-Team suspendierte Italiener Ivan Basso, der spanische Zweite José Enrique Gutierrez und der überraschende Zeitfahrgewinner Ullrich - wenn auch mit nur einem 'l' geschrieben. Zudem wird der Name Alessandro Kalc aufgeführt, bei dem es sich laut "SZ" ebenfalls um einen Dopingkurier handelt.

Manager bezweifelt Echtheit

Die bislang veröffentlichte Beweise aus abgehörten Telefonaten von Ullrichs langjährigem Berater Rudy Pevenage mit Fuentes und Dokumenten wie Rechnungen für verbotene Medikamente sowie beschrifteten Blutbeuteln hatten den Verdacht der spanischen Ermittler gegen Ullrich genährt. Allerdings fußten diese Belege bisher auf Codenamen ("Der Sohn des Rudicio"), zugeordneten Ziffern und dem in Unterlagen notierten Vornamen "JAN".

Ullrich-Manager Wolfgang Strohband bezweifelt die Echtheit des Papiers. "So ein Fax kann ich auch schreiben", sagte er der "Bild"-Zeitung. Ungeachtet dessen wird der Druck auf Ullrich immer größer. Der Schweizer Radsportverband Swiss Cycling, der für den Wahl-Schweizer zuständig ist, hat am Mittwoch ein Doping-Verfahren gegen Ullrich eingeleitet. (tso/ddp)

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