Berlin - Die Verhandlungen, die zur Rückführung von Kunstwerken in den Markt führten, seien zum Teil "perfide", sagte Roth im Deutschlandradio Kultur. Bei strittigen Besitzverhältnissen würden "durch Rechtsanwälte, Sammler und Galeristen sowohl die Museumskollegen als auch die Politiker weich gekocht", bis diese bereit seien, die Werke herzugeben.

"Hier geht es überhaupt nicht mehr um Kunst. Hier geht es nur noch um Spekulation und Geld", betonte Roth. Vor allem Museen im Osten würden regelrecht nach strittigen Fällen durchforscht. "Das ist alles sehr strategisch geplant und strategisch überlegt", sagte Roth. Wenn die Umstände des Verkaufs nur annähernd ungeklärt seien, sei es für ein Museum unmöglich, ein Bild zu halten. Roth forderte eine Art "Feuerwehrfonds", damit Museen Gemälde vom freien Markt zurückkaufen könnten.

Ernst Ludwig Kirchners "Straßenszene" (1913) war jüngst vom Land Berlin an die Erben einer jüdischen Familie zurückgegeben worden und soll nun am 8. November bei Christie's in New York versteigert werden. Das auf 18 bis 25 Millionen US-Dollar geschätzte Gemälde ist ein Hauptwerk des Brücke-Malers. Es schildert eine Milieuszene in Berlin am Vorabend des Ersten Weltkrieges.

(tso/ddp)

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