Tierfilmer: Heinz Sielmann ist tot

Der prominente Tierfilmer und Publizist Heinz Sielmann ist tot. Für seine jahrzehntelange Arbeit, darunter legendäre Kinofilme wie "Herrscher des Urwalds", wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Berlin - Der 89-Jährige entschlief bereits am Freitag friedlich im Kreis seiner Familie und seiner Freunde, wie die Heinz-Sielmann-Stiftung mitteilte. Der vielfach ausgzeichnete Sielmann war fast 70 Jahre lang als Dokumentarfilmer tätig. Einem Millionenpublikum wurde er vor allem durch seine NDR-Fernsehserie "Expeditionen ins Tierreich" bekannt, die er mehr als 25 Jahre lang selbst moderierte. Seit den 70er Jahren war Sielmann zunehmend als Naturschützer aktiv und errichtete mit seiner 1994 gegründeten Stiftung verschiedene Artenschutzgebiete.

Mit Sielmann verliere der Naturschutz eine "prägende und einzigartige Persönlichkeit", erklärte die Heinz-Sielmann-Stiftung. Der 1917 in Mönchengladbach-Rheydt geborene Sielmann war nach Angaben der Stiftung schon als Abiturient entschlossen, Tierfilmer zu werden. Seinen ersten Film "Vögel über Haff und Wiesen" drehte er 1938. Später arbeitete er bei der British Film Division und dem Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) in Hamburg. Mitte der 50er Jahre begann seine Zusammenarbeit mit dem NDR. Ab 1965 strahlte der Sender seine äußerst erfolgreiche Serie "Expeditionen ins Tierreich" aus, die bis 1991 lief. Im Privatfernsehen war er später mit den Serien "Sielmann 2000" und "Sielmann-Report" präsent. Ins Kino brachte Sielmann Filme wie "Herrscher des Urwalds" und "Galapagos - Trauminseln im Pazifik".

Lieblingsreise zum Südpol

Seine filmische Arbeit rund um den Globus brachte Sielmann zunehmend dazu, sich direkt im Naturschutz zu engagieren. 1983 wurde er Mitglied im Beirat der deutschen Sektion des World Wide Fund for Nature (WWF). 1994 gründete er zusammen mit seiner Frau Inge Sielmann die Heinz-Sielmann-Stiftung. Die Stiftung kaufte verschiedene Gebiete in Deutschland auf und machte sie zu Rückzugsgebieten für seltene Tier- und Pflanzenarten. "Sielmanns Naturlandschaften" wurden unter anderem im ehemaligen Braunkohle-Tagebaugebiet Wanninchen in Brandenburg, in der am Stadtrand von Berlin gelegenen Döberitzer Heide und an den brandenburgischen Groß Schauener Seen eingerichtet.

"Besonders die Erkenntnisse der letzten Jahre haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns in unserer Maßlosigkeit gegenüber der Natur einschränken", sagte Sielmann nach Angaben seiner Stiftung. Sielmann arbeitete auch mit den Verhaltensforschern Konrad Lorenz und Irenäus Eibl-Eibelsfesld zusammen und gab die Buchreihe "Knaurs Tierleben" heraus. Als seine liebste Expedition nannte er seine Reise in die Südpolarregion 1988. Für seine Arbeit erhielt Sielmann zahlreiche Auszeichungen, unter anderem den "Deutschen Filmpreis", die "Goldene Kamera", den "Silbernen Bär" sowie das Bundesverdienstkreuz. (tso/AFP)

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