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    <title>Amoklauf: Tat im Internet angekündigt</title>
    <subtitle>Bei einem Amoklauf in einer Schule in Emsdetten hat ein 18-Jähriger 27 Menschen verletzt und sich anschließend selbst getötet. Als Motiv wird "Rache" vermutet.</subtitle>
    <p>Emsdetten -  Bei dem mit Schusswaffen und Sprengsätzen bewaffneten Mann  handelte es sich den Ermittlern zufolge offenbar um einen  Einzeltäter, der die Tat zuvor im Internet angekündigt und einen  Abschiedsbrief hinterlassen hatte. Als mögliches Motiv nannte  NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) "Rache". Laut einem  Zeitungsbericht soll der Amokläufer nach Schüler-Angaben ein  fanatischer "Counterstrike"-Spieler gewesen sein. Das Computerspiel  wird oft als gewaltverherrlichend kritisiert.</p>
    <p>Insgesamt wurden 27 Menschen verletzt, fünf davon schwer. Bei den Schwerverletzten handelt es sich um den Hausmeister der  Schule sowie drei Mädchen und einen Jungen. Die Schüler erlitten  Schusswunden in der Brust, an der Hand, am Knie und am Arm; der  Hausmeister wurde von einer Kugel in den Bauch getroffen. Zudem  trug eine Lehrerin leichte Gesichtsverletzungen davon. Lebensgefahr  bestehe "im Augenblick wohl bei keinem", sagte der Münsteraner  Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer. Weitere fünf Menschen erlitten  laut Schweer leichte Blessuren. Außerdem trugen 16 Polizisten  Rauchgasvergiftungen davon, als der Täter beim Eintreffen der  Polizei Rauchbomben in dem Schulgebäude zündete.</p>
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      <strong>Täter schoss wahllos um sich</strong>
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    <p>Nach Polizeiangaben war der mit einer schwarzen Sturmhaube  maskierte Ex-Schüler um kurz vor 9:30 Uhr in die  Geschwister-Scholl-Realschule eingedrungen und hatte im Gebäude  offenbar wahllos auf Menschen geschossen. Die meisten Schüler seien  während der großen Pause auf dem Schulhof gewesen und hätten das  Gelände fluchtartig verlassen, berichtete Schulleiterin Karola  Keller. Andere seien in das Gebäude gelaufen. Sie wurden später in  die Aula in Sicherheit gebracht. Die Lehrer, denen zum Teil selbst  Tränen die Wangen hinuntergelaufen seien, hätten eine Panik unter  den Schülern verhindern können, sagte die Schulleiterin. Als vier  Funkstreifenbeamte in die von rund 690 Schülern besuchte Realschule  vordrangen, zog sich der 18-Jährige laut Polizei ins Obergeschoss  zurück und zündete die Rauchbomben. Das Schulgebäude wurde umgehend  evakuiert und weiträumig abgeriegelt.</p>
    <p>Den Täter fanden SEK-Beamte kurz darauf im stark verqualmten  Obergeschoss tot auf dem Boden liegend. Neben ihm lagen zwei  abgesägte Gewehre. Eine Obduktion soll nun klären, ob der  18-Jährige in Suizidabsicht einen Sprengsatz zündete oder durch  einen Schuss aus seiner eigenen Waffe starb. Den Ermittlern zufolge  wurde der Ex-Schüler nicht von einer Polizeikugel getroffen.</p>
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      <strong>Internetbotschaften zeugen von "allgemeinem Lebensfrust"</strong>
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    <p>Schweer zufolge hatte der 18-Jährige die Tat auf zwei Hompepages  angekündigt, die am Montag vom Netz genommen wurden. Auf den Seiten  waren auch Fotos des Schülers in martialischen Posen zu sehen. Die  Internetbotschaften des 18-Jährigen zeugten von "allgemeinem  Lebensfrust", sagte Schweer. Der frühere Realschüler habe im Netz  auch einen Selbstmord angedeutet, "der relativ spektakulär sein  soll". Dem Oberstaatsanwalt zufolge war der 18-Jährige für die  Justiz kein Unbekannter: Gegen ihn lief ein Verfahren wegen  Verstoßes gegen das Waffengesetz; die Hauptverhandlung gegen den  Ex-Schüler sollte am Dienstag in Rheine eröffnet werden. Schweer  fügte hinzu, für Kontakte des Täters zu extremistischen  Organisationen gebe es "keine Anhaltspunkte".</p>
    <p>Ein früherer Lehrer des Täters beschrieb den 18-Jährigen vor Ort  als "etwas verschlossenen Schüler, zu dem man wenig Zugang hatte".  Die "Neue Osnabrücker Zeitung" zitierte  Mitschüler mit der Aussage, der "Counterstrike"-Spieler habe "immer  schwarze Klamotten und Springerstiefel" getragen: "Wir hatten Angst  vor ihm." Am Tatort kümmerten sich zehn Notfall-Seelsorger um die  Angehörigen der Verletzten. Nach Angaben der Ermittler mussten die  Eltern des Amokläufers nach der Tat ärztlich betreut werden: Der  Vater wurde auf die Intensivstation gebracht; auch die Mutter  erlitt einen schweren Schock.</p>
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      <strong>Schule bleibt vorerst geschlossen</strong>
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    <p>Die Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten bleibt  bis auf weiteres geschlossen. Wie Nordrhein-Westfalens Schulministerin Barbara Sommer (CDU) mitteilte, sollen die unmittelbar Betroffenen sowie die übrigen Schüler und das Kollegium nun erst einmal schulpsychologisch betreut werden. Es gehe darum, die durch das Geschehen geschockten Kinder und Lehrer wieder so weit zu stabilisieren, dass sie an den "Ort des Geschehens" zurückkehren können. Wann dies sei, sei derzeit noch unklar.</p>
    <p>Zunächst sollen die Schüler in einer anderen Schule ein "freiwilliges Unterrichtsangebot" bekommen, erklärte Schulleiterin Carola Keller. Zudem werde gemeinsam mit dem Ministerium ein Konzept zur Beratung und Unterstützung in die Wege geleitet. Sie wünsche alle Betroffenen "viel Kraft" in den kommenden Tagen, erklärte Keller. (tso/AFP/ddp)</p>
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      <text>Bei einem Amoklauf in einer Schule in Emsdetten hat ein 18-Jähriger 27 Menschen verletzt und sich anschließend selbst getötet. Als Motiv wird "Rache" vermutet.</text>
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