Paris - Allein im Jahr 2005 wurden 21.332 Kunstobjekte im Wert von Millionen Euro an der Grenze zu Deutschland, der Schweiz, Italien, Spanien und Belgien konfisziert. Seit 2001 nimmt die Anzahl der beschlagnahmten Schätze ständig zu - vor allem von Fundstücken aus Schwarzafrika.

"Während zwischen 1995 und 1996 vor allem Ikonen sehr gefragt waren, gilt das Interesse in den letzten Jahren der afrikanischen Stammeskunst", sagte ein Verantwortlicher des französischen Zolls. Der Pariser Kunstmarkt für afrikanische Kunst gilt als der dynamischste weltweit. Die Metropole an der Seine zählt über 100 Antiquitäten- und Kunsthändler.

Schmuggel-Schwerpunkt Mali

Viele der beschlagnahmten Kunstwerke stammen aus Mali. So entdeckten Zöllner bei einer Kontrolle auf dem Flughafen der südfranzösischen Stadt Montpellier am 8. November 2005 mehr als 900 Statuetten, Ohrhänger und Bronzereifen. Knapp einen Monat später wurde ein marokkanischer Händler festgenommen, der in seinem Lieferwagen rund 18.000 geraubte Objekte transportierte, darunter Schmuck und Töpferware aus dem Jahr 1500 nach Christus - mehr als die Hälfte aus Mali.

Mali gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas. Die heimlichen Grabungen haben die archäologischen Fundstätten des Landes stark in Mitleidenschaft gezogen. Schon vor mehr als 15 Jahren stellten holländische Wissenschaftler fest, dass in Mali 45 Prozent der erfassten 834 Fundstätten geplündert waren.

"Die meisten Beschlagnahmungen fanden bei Einfuhrkontrollen an der Schweizer Grenze statt oder bei Verkehrskontrollen im Süden und Osten Frankreichs. Die meisten Fahrzeuge kamen aus nicht-europäischen Ländern", erklärte der Zollbeamte weiter.

Kunst aus Ländern im Kriegszustand