Koblenz - Sie sollen jungen Frauen aus Rumänien - darunter einem 15-jährigen Mädchen - Arbeitsstellen in deutschen Pizzerien, Gaststätten oder Haushalten versprochen haben. In Koblenz wurden die Opfer aber laut Staatsanwaltschaft zur Prostitution gezwungen. Dabei hätten die Angeklagten die Hilflosigkeit der Frauen ausgenutzt. Die mutmaßlichen Täter waren bei einer Razzia im Juli 2006 in Rheinland-Pfalz festgenommen worden. Das Verfahren gegen eine sechste Angeklagte wurde abgetrennt. Für den Prozess sind noch sieben weitere Verhandlungstage geplant.

Das 15-jährige Mädchen wurde der Staatsanwältin zufolge auf einem Schulhof angesprochen, ob es nicht in einem Haushalt für seine kranke Mutter Geld verdienen wolle. Die Mutter habe der Minderjährigen die schriftliche Erlaubnis gegeben. In Deutschland angekommen, sei der 15-Jährigen gesagt worden, die Haushaltsstelle sei nicht mehr frei.

Kein Ausweg für die Frauen

Die Schülerin habe sich nicht prostituieren wollen, aber keine andere Möglichkeit gesehen, da sie den Angeklagten Geld für die Einreise geschuldet und auch kein Geld für die Rückreise gehabt habe. Wie die anderen Frauen durfte sie laut Staatsanwaltschaft nur 25 Prozent ihrer Einnahmen behalten. In der Regel hätten die Angeklagten den Frauen ihre Pässe nach der Einreise abgenommen. Die Ermittler registrierten mehr als zehn Opfer.

Den Ermittlungen zufolge konnten die jungen Frauen kein Deutsch und kannten neben den Angeklagten niemand in Deutschland. Bei der Razzia waren fünf Bordelle und fünf Wohnungen der Beschuldigten durchsucht worden. Im Anschluss an die Ausführungen der Staatsanwaltschaft wollten die Angeklagten zunächst keine Erklärungen abgeben. Der Prozess wird am 13. Februar fortgesetzt. (tso/dpa)

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