Madrid/Berlin - Im Übernahmekampf um den größten spanischen Stromversorger Endesa wird die Madrider Börsenaufsicht am Donnerstag über eine Freigabe des Bieterverfahrens entscheiden. Zuvor hatten spanische Gerichte die letzten Hürden für die Einleitung der Prozedur beseitigt. Die Madrider Börsenaufsicht (CNMV) will dann auch mitteilen, bis wann die Konkurrenten Eon und Gas Natural ihre endgültigen Offerten in versiegelten Umschlägen hinterlegen müssen.

Der Energie-Versorger Eon rechnet mit einem schnellen Erfolg bei der Übernahme von Endesa. Eon werde in Kürze sein Angebot vorlegen können, sagte Vorstandschef Wulf Bernotat auf einer Energietagung des "Handelsblatts" in Berlin. Denkbar sei, dass dies um den "Jahrestag" der Übernahmeankündigung am 21. Februar geschehen könnte.

Die Düsseldorfer wollen Endesa für knapp 37 Milliarden Euro übernehmen. Die geplante Fusion war durch Klagen in Spanien blockiert, die mittlerweile beigelegt worden sind. Offen ist noch die Genehmigung des Übernahmeangebots durch die spanische Börsenaufsicht. Nach Einschätzung von Branchenexperten ist hierbei nicht mit einer Behinderung zu rechnen. Zu einer möglichen Anhebung der Offerte, wie vom Mischkonzern Acciona gefordert, machte Bernotat keine Angaben. Acciona kontrolliert nach eigenen Angaben rund 22 Prozent von Endesa.

Den französischen Markt im Visier

Mit dem Einstieg will Eon seine Position auf dem europäischen Energiemarkt weiter ausbauen: Im Fokus steht dabei etwa Frankreich, wo der Energiemarkt von EdF und Suez dominiert wird. "Wir würden den französischen Markt in eine Sandwich-Position bringen und den Markt dort ein wenig auflockern", sagte Bernotat. Eon ist bereits einer der größten Versorger der Welt mit Vertretungen in 20 Ländern.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte die geplante Übernahme von Endesa durch Eon. Er sprach sich für eine weitere Konsolidierung der europäischen Energiebranche aus. "Ich wünsche mir große, leistungsfähige Konzerne", sagte Glos. Nur diese könnten langfristige Lieferverträge mit den Produzenten von Gas und Öl schließen.

Hohe Gewinne für Endesa prognostiziert