Berlin - Der 31 Jahre alte Basketballer von Alba Berlin wird künftig in den Trainerstab seines Vereins integriert. "Ich kann die Rückkehr auf das hohe Niveau, das ich selbst bei einem Profi voraussetze, nicht mehr schaffen. Aber ich bin sehr glücklich, durch die gute Betreuung wieder ein normales Leben mit meiner Familie führen zu können", sagte Mamic. Er war am 26. November 2005 im Bundesligaspiel gegen TBB Trier schwer verunglückt und hatte sich eine Quetschung des Rückenmarks zugezogen, die zu einer vorübergehenden Querschnittslähmung geführt hatte.

Der Kroate hat den Wechsel vom Profi zur Trainerlaufbahn schon länger vorbereitet. "Es gab keinen konkreten Zeitpunkt, an dem ich gesagt habe: Jetzt ist Schluss. Aber ich habe gemerkt, dass die Koordination meines Körpers keinen Profisport mehr zulässt. Deswegen habe ich mir schon sehr viele Spiele von Berliner Jugendmannschaften im Basketball angeschaut", erklärte Publikums-Liebling Mamic.

Vorbereitung auf ein neues Leben

Alba-Geschäftsführer Marco Baldi freute sich über den prominenten Zugang im Trainerstab des Vereins. "Alba baut derzeit auf breiter Front seine Jugendarbeit aus. Da werden gute Trainer immer gebraucht. Matej muss erst einmal viel lernen, wie es auf der anderen Seite zugeht, muss die in Deutschland vorgeschriebenen Lizenzen erwerben. Später wird er sicher einmal die Verantwortung für eine konkrete Mannschaft übernehmen", verriet Baldi.

"Matej hat hart gekämpft für seinen Traum, auf das Spielfeld zurückzukehren. Der Traum hat sich nicht erfüllt. Aber den größten Kampf hat er gewonnen: Matej hat sich nach dem schlimmen Unfall so gut erholt, dass er ein normales Leben mit seiner Frau und seinen drei Kindern führen kann", sagte Baldi.

Über seine zukünftigen Aufgaben als Trainer bei Alba Berlin will sich Mamic von sofort an ein Bild machen und kann dabei weiter auf die Unterstützung seines Vereins bauen. "Ich kann mich nur immer wieder bedanken, was der Verein und viele andere in Berlin für mich getan haben. Das können nicht viele Spieler genießen. Deshalb wollte ich auch hier bleiben und habe das Angebot von meinem früheren Verein in Split nicht angenommen. Jetzt werde ich versuchen, gemeinsam mit meiner Frau die beste Lösung für meine Familie zu finden", sagte Mamic, dessen Kinder in Kroatien die Schule besuchen.

(Von Hans Moritz, dpa)