Bonn - Bislang liege keine Beschwerde des betroffenen Verleihs Fox vor, sagte eine Behördensprecherin. Zudem sei den betroffenen Unternehmen eine Einmischung manchmal gar nicht recht, sagte die Sprecherin zu dem Streit um den frühen DVD-Verkaufsstart des Fox-Films "Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter".

Cinestar-Sprecher Thomas Schulz sagte, dem bisher einmaligen Boykott eines Verleihs liege keine Absprache der Betreiber zugrunde. "Wir entscheiden das ausschließlich für uns alleine", sagte er. Auch Vertreter der übrigen Kinobetreiber hatten in den vergangenen Tagen betont, getrennte Gespräche mit Fox zu führen. Ein Durchbruch in den Verhandlungen war laut Schulz noch nicht erreicht worden.

Kein Verhandlungsdurchbruch

Die Kinoketten Cinestar, Cinemaxx, UCI und Cineplex haben seit Donnerstag keine Filme des Verleihs mehr im Programm. Der fünfte bundesweit agierende Betreiber Kinopolis zeigt lediglich in einigen Kinos Voraufführungen des Boxdramas "Rocky Balboa", das regulär am 8. Februar anlaufen soll.

Hintergrund des Boykotts ist der frühe DVD-Start von "Eragon". Das Fantasyabenteuer war am 14. Dezember angelaufen und soll nach Informationen der Kinobetreiber bereits Mitte März in den Handel kommen. Betreiber und Verleihe hatten sich in einem "Gentlemen's Agreement" darauf geeinigt, Kinofilme frühestens nach einem halben Jahr auf DVD zu veröffentlichen. Für weniger erfolgreiche Filme sei eine Verkürzung auf vier Monate möglich.

Die Sprecherin des Bundeskartellamts nannte diese Absprache "okay". Für eine "gewisse Vereinbarung im Markt" gebe es oft gute Gründe. In diesem Falle sollten die Kinos in der so genannten Verwertungskaskade einen Vorsprung erhalten. Ähnliche Regelungen gebe es auf dem Literaturmarkt bei den Veröffentlichungsterminen von gebundenen Büchern und Taschenbüchern.

(tso/ddp)