Dortmund - Zum Rückrundenauftakt der Fußball-Bundesliga schlugen die Westfalen in einer spannenden und rassigen Partie den deutschen Rekordmeister überraschend mit 3:2 (1:2) und versöhnten sich nach der schwachen Hinrunde vorerst mit ihren oft enttäuschten Fans. Dagegen ist die Aufholjagd der Bayern auf das Bundesliga-Spitzenduo Werder Bremen und Schalke 04 gleich zu Beginn ins Stocken geraten.

"Nach einer guten Vorbereitung war das nicht zu erwarten. Borussia war leidenschaftlicher. Wir haben nur versucht, das spielerisch zu lösen", meinte der enttäuschte Bayern-Trainer Felix Magath, der den Titel aber noch nicht abschreiben wollte: "Es sind noch 16 Spiele. Wir müssen lernen, dass das nur mit spielerischen Mitteln nicht geht." Sein Dortmunder Kollege Röber war nach seinem ersten Sieg im ersten Spiel erleichtert: "Wenn man die ersten 45 Minuten das Spiel bestimmt, dann 1:2 zurückliegt und dann wieder zurückkommt - und das gegen die Bayern vor so einem fantastischen Publikum. Mehr geht einfach nicht"

Maßgeblichen Anteil am dritten Heimsieg des BVB in der Saison hatte der Schweizer Alexander Frei, der in der 12. Minute sein Team in Führung brachte. Zwei Fehler in der Borussia-Abwehr nutzten die Bayern eiskalt aus und gingen noch vor der Pause durch Daniel van Buyten (25.) und Roy Makaay (42.) in Führung. Doch diesmal ließen sich die Dortmunder nicht hängen und schafften noch die Wende innerhalb von zwei Minuten. Frei (57.) markierte mit seinem achten Saisontor den Ausgleich, dann sorgte der Brasilianer Tinga (59.) vor der Traumkulisse von 80.708 Zuschauern für den umjubelten Siegtreffer.

Durch die fünfte Saisonniederlage blieben die Münchener auf dem dritten Platz, die Dortmunder rückten zum Auftakt des 18. Spieltages vorerst auf den siebten Platz vor.

Bayern zu passiv

Nach der sechswöchigen Winterpause wirkten die Dortmunder, die auch Abwehrchef Christian Wörns verzichten mussten, in der Anfangsphase frischer und bemühten sich, das Konzept des Bert-van- Marwijk-Nachfolgers Röber umzusetzen. Die Bayern, bei denen überraschend Ali Karimi für Andreas Ottl im Mittelfeld spielte, überließen dem Gegner die Initiative.

So kamen die Gastgeber auch zur ersten Möglichkeit der Partie. Nationalspieler Christoph Metzelder (11.) setzte einen Kopfball über das Tor. Eine Minute später zielte Stürmer Frei besser und ließ mit seinem Kopfball aus fünf Metern nach Flanke von Dede Bayern- Schlussmann Oliver Kahn keine Chance.