Berlin - "Mit 60 Filmen in den verschiedenen Programmen des Festivals hat außerdem erneut der deutsche Film einen starken Auftritt", sagte Kosslick. "Die Lage des deutschen Films hat sich auf hohem Niveau stabilisiert."

Im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen Bären sind allerdings nur zwei deutschsprachige Filme am Start: Christian Petzolds "Yella" über eine junge Frau aus Brandenburg und Stefan Ruzowitzkys "Die Fälscher" über die von den Nazis im KZ Sachsenhausen eingerichtete Fälscherwerkstatt. Im vergangenen Jahr waren gleich vier deutsche Produktionen im Rennen.

Insgesamt 346 Filme zeige die Berlinale in den Reihen Wettbewerb, Panorama, Forum, Perspektive Deutsches Kino, Generation, Retrospektive, Hommage, Kurzfilm sowie den Sonderreihen "Magnum in Motion" und "Kulinarisches Kino", sagte Kosslick. "Dazu kommen mehr als 710 Regiearbeiten, die auf dem internationalen Filmmarkt gehandelt werden."

Trend zum guten Menschen

"Weltweit besteht großes Interesse an deutschen Kino-, aber auch Fernsehfilmen", erklärte der Berlinale-Chef. "Der Reiz auch für ausländische Zuschauer ist, dass die Filme etwas über die deutsche Geschichte und den Alltag im heutigen Deutschland erzählen." Das treffe insbesondere auch auf den in Brandenburg zwischen Tristesse und Arbeitslosigkeit spielenden Film "Yella" von Petzold zu. "Es ist, als würde man mit einer Infrarot-Kamera über die ehemalige DDR fliegen - aber die Ereignisse könnten genauso gut im Mittleren Westen der USA spielen", so Kosslick.

"Weltweit beschäftigt die Menschen, dass die Realität immer weniger fassbar und brutaler wird." Themen wie "Identitätsverlust" und "Globalisierungs-Wahnsinn" zögen sich wie ein roter Faden durch das diesjährige Berlinale-Programm. "Es geht um den kleinen Menschen im großen System", sagte Kosslick. Dabei sei zu beobachten, dass die Filmemacher die Frage nach Moral und Werten wieder in den Mittelpunkt rückten. "Der Trend geht zum guten Menschen!" (tso/dpa)

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