Washington - Wie das US-Militär in Bagdad bestätigte, ereignete sich der Vorfall am 20. Januar. Damit wurde eine frühere offizielle Darstellung korrigiert, der zufolge die vier Soldaten zusammen mit einem Kameraden direkt bei einem Überfall auf ein Regierungsgebäude in Kerbela im Zentralirak ums Leben gekommen seien.

In der neuen Mitteilung des Militärs heißt es nun, dass die Aktion anscheinend sorgfältig vorbereitet worden war. Danach trugen die neun bis zwölf Unbekannten bei ihrem Überfall anscheinend US-Uniformen und auch Waffen amerikanischen Typs. Sie suchten das Gebäude außerdem in einem Konvoi von fünf Geländewagen auf, wie sie häufig auch vom US- Militär benutzt werden. Der Mitteilung zufolge drang die Gruppe gezielt an irakischen Sicherheitskräften vorbei in eine Abteilung vor, in der sich die US-Soldaten aufhielten. Sie griffen die Amerikaner dann mit Gewehren und Handgranaten an. Ein US-Soldat wurde auf der Stelle getötet, seine vier Kameraden wurden von den Männer in die Fahrzeuge verschleppt.

Entführer flüchteten

Die Kolonne mit den entführten Soldaten passierte zunächst ungehindert eine irakische Kontrollstelle. Die dortigen Sicherheitskräfte wurden dann aber doch misstrauisch und nahmen die Verfolgung auf. Die Entführer ließen schließlich die Geländewagen zurück und flüchteten. In den Autos fanden die Verfolger die Leichen von drei Entführten, ein vierter lebte noch, starb dann aber auf dem Weg in ein Krankenhaus.

Die neue Darstellung der Ereignisse wurde kurz nach einem Besuch der neuen Präsidentin des US-Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, in Bagdad bekannt. Die entschiedene Gegnerin des Irak-Krieges und der von US-Präsident George W. Bush beschlossenen Truppenaufstockung war dabei auch mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki zusammengetroffen. Nach Medienberichten machte Pelosi bei der Begegnung klar, dass sie und ihre demokratischen Parteikollegen einen raschen Rückzug der US-Truppen wollten. Einer Mitteilung der irakischen Regierung zufolge antwortete al-Maliki, dass der Truppenabzug durch eine schnellere Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte und eine schnellere Lieferung von Ausrüstung beschleunigt werden könnte.

(tso/dpa)

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