Igls - Angetrieben von Möllers zweitem Gold-Coup machten Sensationssiegerin Tatjana Hüfner sowie die Doppelsitzer Patric Leitner/Alexander Resch zum Abschluss des Wochenendes im österreichischen Igls mit ihren WM-Siegen den Triumphzug der deutschen Kufen-Asse perfekt. Alle vier WM-Titel fuhren die Athleten von Bundestrainer Thomas Schwab ein, doch das Glanzlicht setzte Möller. "Jetzt kann ich mich Champion nennen", bejubelte der 25-Jährige aus Thüringen seinen erneuten Titelgewinn und gönnte sich befreit wie selten eine lange Nacht.

"Besser geht's kaum. Das liegt weit über unseren Erwartungen", war Bundestrainer Schwab vom Siegeszug seiner Rodler angetan. Doch in den Jubel mischte sich auch Trauer angesichts des Missgeschicks, durch das ausgerechnet Seriensiegerin Silke Kraushaar-Pielach zur großen Verliererin des Wochenendes wurde. Die Oberhoferin gab ihren sicher geglaubten WM-Erfolg durch einen krassen Startpatzer aus der Hand und fiel hinter Hüfner und Anke Wischnewski auf Rang drei zurück.

Begeisternder Rodel-Krimi um Tausendstelsekunden

"Der Höhepunkt ist die WM, da darf so ein Fehler nicht passieren", stammelte die 36-Jährige und weinte bittere Tränen. Bundestrainer Schwab fühlte mit seiner Vorzeige-Athletin, die den Winter wie nie zuvor dominiert hatte: "Das tut mir furchtbar leid für sie." Nutznießerin Hüfner, die mit dem WM-Sieg den ersten großen Titel einfuhr, war sprachlos: "Ich bin überwältigt. Mir fehlen die Worte.

"Ich hatte noch nie ein so schweres Rennen", atmete Möller nach seinem zweiten WM-Sieg erschöpft, aber überglücklich durch und schloss Freundin Caroline erst einmal lange in die Arme. In einem begeisternden Rodel-Krimi hatte der Thüringer den italienischen Titelverteidiger und Olympiasieger Armin Zöggeler um die Winzigkeit von sieben Tausendstelsekunden entthront und seinen zweiten WM-Coup nach 2004 perfekt gemacht. "Dieses Gold bedeutet mir noch mehr als der erste Titel von Nagano", schwärmte Möller, der bis tief in die Nacht mit Freunden und Eltern feierte. "Dieser Titel ist härter und schwerer erarbeitet."

Überzeugende Leistung der deutschen Rodler

Nach seiner starken Vorstellung beim deutschen Teamsieg am Freitag hatte Möller, der in seiner Freizeit auch Philosophisches von Cicero und Seneca studiert, auch im ersten Lauf des Einzels Bestzeit vorgelegt. Doch das große Ziel vor Augen begann die lange Zeit des Hoffens und Bangens: "Wenn man einen Spitzenrodler wie Armin im Nacken hat, wird man nervös. Aber ich war riesig glücklich, als im Ziel die Eins aufleuchtete." Neben Möller unterstrich Jan Eichhorn als Dritter die tolle Vorstellung der deutschen Männer. "Ich bin in der Weltklasse angekommen", jubelte der Oberhofer.