Essen - Für den überraschend stark auftrumpfenden Fußball-Zweitligisten sorgten am Sonntag vor rund 18.000 Zuschauern Ferhat Kiskanc (16. Minute), Danko Boskovic (38./69.), Serkan Calik (41.) und Barbaros Barut (54.) für das unerwartete Tor-Festival und schürten den fast verlorenen Glauben an den Klassenerhalt. Die völlig desolaten Kölner, die 1974 die letzte Niederlage gegen Essen kassiert hatten und zuvor in fünf Pflichtspielen unbesiegt geblieben waren, hatten nicht einmal Zweitliga-Format.

Dabei konnten die Essener in der Anfangsphase nicht auf die Unterstützung der Zuschauer bauen. Aus Protest gegen die katastrophalen Leistungen ihres Team, das nur eine der vergangenen 15 Partien gewann, blieben die Fans fast still. Erst der Ex-Kölner Kiskanc beendete mit seinem herrlichen Schuss in den Winkel zum 1:0 das Schweigen der Anhänger. Kiskanc war es auch, der mit seiner Vorlage das 2:0 von Boskovic vorbereitete. Drei Minuten später gelang Calik, dem kleinsten Spieler auf dem Platz, mit einem Kopfball nach Flanke von Neuzugang Barut der dritte Treffer. Für Tor Nummer vier sorgte Barut selbst und den Endstand markierte Boskovic mit seinem zweiten Tor. Die wehrlosen Kölner hatten dagegen kaum eine nennenswerte Chance.

Karlsruhe marschiert

Als einziges Team der Spitzengruppe schaffte Tabellenführer Karlsruher SC einen Sieg und einen großen Schritt gen Fußball-Oberhaus. Dagegen musste Hansa Rostock beim 2:2 gegen Aufsteiger FC Augsburg ebenso wichtige Punkte abgeben wie der MSV Duisburg beim 2:2 beim TSV 1860 München. Beim 1. FC Kaiserslautern war nach dem 0:0 bei Aufsteiger TuS Koblenz ebenfalls Ernüchterung angesagt.

Gut erholt präsentierte sich Spitzenreiter Karlsruhe nach der ersten Rückrundenniederlage zuletzt in Duisburg. Gegen Eintracht Braunschweig hatte das Team von Edmund Becker leichtes Spiel und fuhr durch die Treffer von Bradley Carnell (39.) und Jiri Kaufman (51.) einen ungefährdeten Heimsieg ein. Für die Gäste gehen langsam die Zweitliga-Lichter aus.

Einen Dämpfer gab es für die "Zebras", die in einer packenden Partie in München trotz einer frühen 2:0-Führung noch den Sieg aus der Hand gaben. Youssef Mokhtari (5./Handelfmeter) und Klemen Lavric (7.) hatten die Gäste in Front gebracht, doch die tapfer kämpfenden "Löwen" kamen durch Tore von Torben Hoffmann (17.) und Nemanja Vucivevic (76.) zu einem verdienten Unentschieden. "Es ist schade um die ersten zehn Minuten", sagte Münchens Trainer Walter Schachner.

Remis in Rostock