Hamburg/Wolfsburg - "Politiker kritisieren gern andere. Für uns verbietet es sich aber meist, mit gleicher Schärfe zurückzuschießen", sagte Winterkorn dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Denn Politiker zählen zu unseren besten Kunden. Und sie fahren in der Regel nicht die verbrauchsgünstigsten Modelle." Köhler hatte in der Debatte um den Klimaschutz der deutschen Autoindustrie Versäumnisse vorgeworfen. Es stehe trotz aller großen Erfolge der Automobilindustrie fest, dass sie "mit Blick auf die ökologische Entwicklung dieser Erde kein Ruhmesblatt geschrieben hat", hatte der Bundespräsident gesagt.

Scharfe Vorwürfe richtete Winterkorn auch an die EU-Kommission. "Die Europäische Kommission war drauf und dran, die Zukunft einer ganzen Industrie zu gefährden", sagte er dem Nachrichtenmagazin. Wenn sich deren ursprüngliche Pläne durchgesetzt hätten und der Durchschnittsausstoß von Kohlendioxid ab 2012 bei 120 Gramm liegen würde, "dann gäbe es bald keine großen Autos mehr, keinen Audi A8, keine S-Klasse von Mercedes-Benz und keinen 7er von BMW". Profitieren würden die Produzenten aus Italien und Frankreich, die fast nur noch Kleinwagen anbieten. "Da betreiben einige eine knallharte Industriepolitik zu Lasten Deutschlands." (tso/dpa)

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