Lahti - Zwei Tage nach dem Sprint-Sieg gewann Martina Glagow (Mittenwald) auch das Verfolgungsrennen über zehn Kilometer sicher mit 15,9 Sekunden Vorsprung vor Weltcup-Spitzenreiterin Kati Wilhelm, die ebenfalls nur eine der 20 Scheiben verfehlt hatte. Den überragenden Triumph, der fast schon an die Überlegenheit der deutschen Rodlerinnen erinnerte, machten Kathrin Hitzer (Gosheim), die erstmals auf das Weltcup-Podest stürmte, als Dritte und Andrea Henkel (Großbreitenbach) auf dem vierten Platz perfekt.

Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang war nach dem Einlauf überwältigt. "Vierfach waren wir noch nie vorn. Das ist schon echt stark", stellte er fest. Der Teamgeist der Mädchen sei der Erfolgsgarant. "Das Ergebnis ist ein Ausdruck des Wir-Gefühls in der Mannschaft, auf das wir großen Wert legen. Sieben von neun möglichen Podestplätzen bei einem Weltcup hatten wir auch noch nicht."

"So unerwartet wie fantastisch"

Im Ziel wurde das deutlich sichtbar, als sich zunächst Glagow und Wilhelm umarmten, dann gemeinsam den Zielspurt um den dritten Platz verfolgten und danach mit Hitzer und Henkel jubelten. "Der dritte Platz ist ein sehr schönes Erlebnis für mich", sagte Kathrin Hitzer. "Der Zielspurt hat richtig Spaß gemacht." Nicht ganz so euphorisch sah das Andrea Henkel. "Beim Zielsprint muss ich mir noch etwas von Manu abgucken, bin ich die Schlechteste der Mannschaft." Ihre Schwester Manuela war bei der Ski-WM in Sapporo Neunte bei den Sprint-Spezialistinnen geworden.

Martina Glagow fühlte sich vor dem Start noch müde, stürmte aber trotzdem mit traumwandlerisch sicherem Schießen zum ersten Weltcup-Doppelsieg ihrer Laufbahn. "Zwei Siege hintereinander bei einem Weltcup, das ist so unerwartet wie fantastisch", sagte die Bundespolizistin. "Es scheint so zu sein: Wenn ich mich nicht ganz top fühle, mache ich mir weniger Gedanken und bin lockerer."

Als Zweite baute Kati Wilhelm nicht nur die Führung im Gesamtweltcup mit nunmehr 744 Punkten vor der Tages-14. Anna Carin Olofsson (Schweden/709) und Henkel (643) weiter aus. Sie übernahm auch die Spitze im Disziplinweltcup. Den Ehrenplatz sicherte sie mit einem "Sicherheitsschießen" beim letzten Anschlag ab. Sie setzte vor dem vierten Schuss ab, ließ Glagow ziehen. "Ich brauchte unbedingt die Null." Zu ihrer Sicherheit habe beigetragen, dass sie von Teamkolleginnen umgeben gewesen sei. "Da schießt es sich leichter."

Greis und Fischer auf Plätzen zwei und drei