Bonn/Bonn - Vorstandschef René Obermann verteidigte den eingeschlagenen Kurs: Zu den Kosteneinsparungen gebe es keine Alternative, sagte er der "Bild am Sonntag". Mit dem Plan zur Ausgliederung von 50.000 Beschäftigten, längeren Arbeitszeiten und einer schlechteren Bezahlung steuere der Konzern auf Armutslöhne zu, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske.

Die Telekom will die rund 50.000 Mitarbeiter in eine Tochterfirma mit dem Namen T-Service ausgliedern und dadurch bis zu eine Milliarde Euro Kosten sparen. Einen Bericht der "Wirtschaftswoche" über eine bevorstehende Zerschlagung der gesamten Festnetzsparte T-Com wies Konzernsprecher Philipp Schindera zurück. Solche Pläne gebe es nicht, sagte er. Dem Wirtschaftsmagazin zufolge bereitet Obermann angeblich die vollständige Auflösung der T-Com vor.

Durch die Gründung einer eigenständigen Netzgesellschaft mit fast 25.000 Mitarbeitern, die derzeit bei der T-Com, T-Systems und T- Mobile mit der Netzplanung und dem -betrieb beschäftigt sind, ließen sich weitere Kosten einsparen, so das Magazin. Dann würden bis zu 85.000 Beschäftigte in andere Gesellschaften ausgegliedert.

Verhärtete Fronten

Angesichts der zunehmenden Verhärtung der Fronten muss sich der Vorstand bei den anstehenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft auf eine harte Auseinandersetzung einstellen. "Wir werden alle Mittel der Tarifpolitik bemühen, um in diesem Konflikt weiterzukommen, und kein vernünftiger Tarifpolitiker schließt das Mittel des Streiks aus", sagte der Verdi-Bundesvorstand und der stellvertretende Telekom-Aufsichtsratschef Lothar Schröder dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Die Konzernbetriebsräte der Telekom forderten den Vorstand auf, die Beschäftigten nicht weiter in ihrer Existenz zu bedrohen und "endlich die Voraussetzungen zu schaffen, dass diese ihre Produktivität entfalten können". Die Ziele des Managements hinsichtlich der Erschließung neuer und bestehender Märkte wurden unterdessen ausdrücklich begrüßt. Vor allem müsse der Service und der Vertrieb den Kundenanforderungen gerecht werden, hieß es weiter.

Obermann: Nullrunde für Führungskräfte