Hamburg - Dieser hielt sich am Wochenende eine Spitzenkandidatur für die Bürgerschaftswahl 2008 in der Hansestadt offen und forderte zugleich einen Neuanfang für seine Partei. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung wird an diesem Montag eine Erklärung Voscheraus erwartet. Dann tagen die Partei- und Kreisvorsitzenden, die vom Landesvorstand nach den schweren innerparteilichen Querelen der vergangenen Wochen mit der Kandidaten-Suche beauftragt worden waren.

Petersen sagte der "Bild" nach seinem Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den Parteivorsitz und als Spitzenkandidat bei der Bürgerschaftswahl: "Ich hoffe, dass Henning Voscherau die schwere Aufgabe übernimmt, die Partei in den Wahlkampf zu führen." Er bestätigte, dass mit dem Ex-Bürgermeister (1988 bis 1997) Gespräche geführt werden, um ihn zu einer SPD-Kandidatur zu bewegen. Voscherau habe sich aber noch nicht entschieden. Petersen: "Sollte Henning Voscherau Nein sagen, weiß ich auch nicht mehr weiter." Bisher sei aus dem Kreis der Kandidaten-Findungskommission kein anderer Personalvorschlag gemacht worden.

Nach dem Skandal um verschwundene Wahlzettel bei einer SPD- Mitgliederbefragung zur Spitzenkandidatur stecke der Karren "tief im Dreck", heißt es in einer von der "Hamburger Morgenpost am Sonntag" veröffentlichten Erklärung Voscheraus. Er habe am Freitagabend mit der Findungskommission ein Sondierungsgespräch geführt. "Die Sondierung war ein gutes Gespräch, nicht mehr und nicht weniger. Eine Festlegung war damit nicht verbunden", so Voscherau. Wer die Hamburger SPD aus ihrer schweren Krise herausziehen wolle, brauche Vertrauen. Die Hamburger SPD komme nicht zur Ruhe, "wenn das vergiftete Klima von Indiskretionen, Halbwahrheiten, Verdächtigungen und Feindseligkeiten nicht endlich aufhört und wieder Solidarität und Disziplin einkehrt". Voscherau will nun "im Familienrat besprechen, ob meine Familie eine Rückkehr in die Politik geschlossen mitträgt".

(tso/dpa)

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