Rom/Hamburg - Manche Arten wie der Kabeljau, Heilbutt oder Blauflossen-Thunfisch seien stark gefährdet, heißt es in dem Zweijahres-Bericht der FAO zur Lage der Fischerei und Fischzucht weltweit. Der Fischfang hat demnach eine Rekordmenge von 95 Millionen Tonnen pro Jahr erreicht - 85,8 Millionen Tonnen Fische werden aus dem Meer gezogen, 9,2 Millionen Tonnen aus Binnengewässern.

Insgesamt werden dem Bericht zufolge bereits mehr als die Hälfte der Meeresfisch-Bestände (52 Prozent) so intensiv befischt, dass eine Steigerung nicht mehr möglich ist. Von allen von der FAO beobachteten Beständen in den Weltmeeren sind 17 Prozent überfischt und sieben Prozent gehen zurück. Ein Prozent der Bestände erholt sich demnach von der Überfischung. Betroffen sind vor allem Arten, die zwischen nationalen Hoheitsgebieten wandern oder außerhalb dieser Zonen gefischt werden. Dazu zählen mehr als die Hälfte der wandernden Hai-Arten und zwei Drittel der wandernden Hochseebestände wie der Kabeljau, der Heilbutt, der Blauflossen-Tunfisch oder der Riesenhai.

Auch die Nordsee ist überfischt

Überfischte Meere sind dem Bericht zufolge vor allem der Südost-Atlantik, der Südost-Pazifik, der Nordost-Atlantik und damit die Nordsee sowie die Lebensräume der Hochsee-Tunfischarten im Atlantik und im Indischen Ozean. In diesen Gebieten betrage der Anteil der überfischten Bestände bereits 46 bis 66 Prozent.

Nötig seien Reformen, damit mehr Staaten regionale Fischereiabkommen zum Schutz der Arten schlössen, fordert die FAO in ihrem Bericht. Solche Abkommen seien der "einzig realistische Weg", die Überfischung zu bekämpfen. Bei vielen dieser Abkommen sei bei manchen Mitgliedern in den vergangenen Jahren aber ein Mangel an politischem Willen festzustellen gewesen. Starre Positionen hätten dazu geführt, dass die Ziele heruntergeschraubt werden mussten. Die nötigen Reformen will das FAO-Fischerei-Komitee in den folgenden Tagen bis Freitag diskutieren.

Die Tierschutzorganisation WWF forderte, mindestens zehn Prozent der Meere unter Schutz zu stellen. Zudem müssten umweltverträgliche Fangmethoden eingeführt werden. Große Hoffnungen setzt der WWF in das blaue Siegel des "Marine Stewardship Council": Es garantiert, dass nicht mehr Fisch gefangen wird als nachwächst. Vier Prozent des Weltfischfangs trägt demnach bereits dieses Öko-Zertifikat - Tendenz steigend.

(tso/AFP)