Karlsruhe/Berlin - Der erste Anschlag am 17. Oktober 1986 richtete sich gegen das Gentechnische Institut in Berlin, der zweite am 21. Juni 1987 gegen ein Gebäude des Textilkonzerns Adler in Haibach bei Aschaffenburg. Beide Male zündete der Sprengsatz jedoch nicht.

Die Beschuldigte Adrienne G. habe in beiden Fällen einen Wecker gekauft, der dann als Zündzeitverzögerer diente. Die beim Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts erhobene Anklage lautet auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und versuchtes Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in zwei Fällen.

Angeklagte stellte sich freiwillig

Bei der "Roten Zora" handelte es sich laut Bundesanwaltschaft um eine "Frauengruppe, die die gewaltsame Veränderung des Gesellschaftssystems der Bundesrepublik durch schwere Brand- und Sprengstoffanschläge anstrebte". Die Gewalttaten wurden überwiegend im Ruhrgebiet und in Norddeutschland begangen.

Die Gruppe trat erstmals im April 1977 als autonome Teilorganisation der terroristischen Vereinigung "Revolutionäre Zellen" in Erscheinung und bekannte sich bis zum Februar 1988 zu insgesamt 45 Sprengstoff- und Brandanschlägen. 1986 löste sie sich von den "Revolutionären Zellen" ab. Den letzten Anschlag verübte die "Rote Zora" im Juli 1995 auf eine Werft bei Bremen.

Die Beschuldigte Adrienne G., die deutsche Staatsangehörige ist, hatte sich den Angaben zufolge am 4. Dezember 2006 freiwillig gestellt. Der gegen sie bestehende Haftbefehl wurde noch am selben Tag gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. (tso/AFP/ddp)

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