Hamburg - Naumann will das Bemühen um mehr sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliches Wachstum in den Mittelpunkt seiner Politik stellen. Die Entscheidung, bei der Wahl 2008 gegen CDU-Bürgermeister Ole von Beust anzutreten, sei ihm "relativ leicht gefallen", sagte der frühere Kultur-Staatsminister. Naumann betonte: "Jeder, der in einer Familie hin und wieder einmal einen Krach erlebt, weiß, das gehört dazu, sonst ist die Familie tot."

Die Einladung zur Übernahme der Spitzenkandidatur sei vom Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Olaf Scholz, gekommen, sagte Naumann. Er habe diesen Schritt innerhalb von sechs Stunden mit seiner Frau besprochen und dann die Aufforderung von SPD-Chef Kurt Beck angenommen, "den Sprung zu wagen". Mit Blick auf die Hamburger Kommunalpolitik warnte der 65-Jährige, die soziale Schere in Hamburg öffne sich, "und zwar rapide". Es werde zudem darauf ankommen, den "wirtschaftlichen Wachstumskurs" fortzusetzen, den die SPD in Hamburg über Jahrzehnte hinweg betrieben habe.

Der aus Berlin angereiste SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte, dies sei ein "guter Tag für Hamburg und ein guter Tag für die Bundes-SPD". Die Hamburger hätten es geschafft, ihre Probleme selbst zu lösen. 2008 gelte es, Land zurückzugewinnen. In Hamburg regiert die CDU mit absoluter Mehrheit.

Hamburgs SPD räumt Fehler ein

Hamburgs designierter SPD-Chef Ingo Egloff räumte ein, die Landespartei habe in den vergangenen Wochen eine "schwierige Phase durchlaufen". Es sei "nicht immer vergnügungssteuerpflichtig gewesen, was wir hier erlebt haben". Er sehe seine Aufgabe in nächsten Wochen und Monaten darin, die "Situation innerhalb der Partei wieder auf eine rationale Basis zu stellen", betonte der Vizechef der Hamburger SPD-Fraktion. "Wir müssen einen Neuanfang machen." Die endgültigen Personalentscheidungen soll ein Landesparteitag am 24. März treffen.

Nach wochenlanger Führungskrise hatte sich die Findungskommission der Hamburger SPD am Mittwoch einmütig darauf verständigt, Naumann als Spitzenkandidaten und Egloff als Parteichef vorzuschlagen. Zuletzt hatte es Altbürgermeister Henning Voscherau abgelehnt, als Kandidat anzutreten. Zuvor war der gesamte SPD-Landesvorstand zurückgetreten, nachdem bei einer Mitgliederbefragung zum Spitzenkandidaten Wahlzettel verschwunden waren. (tso/AFP/dpa)

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