Berlin - Beck appellierte an die Europäer, gemeinsam gegen das Rüstungsprogramm vorzugehen. "Die SPD will keinen neuen Rüstungswettlauf zwischen den USA und Russland auf europäischem Boden", sagte Beck der "Bild"-Zeitung. "Wir brauchen keine neuen Raketen in Europa." Auch Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul wandte sich gegen die US-Pläne, einen Raketenschutzschild in Polen und Tschechien zu installieren.

Zuvor hatte bereits Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vor einem neuen Wettrüsten gewarnt und damit Widerspruch in der Union ausgelöst. "Wir wollen kein neues Wettrüsten in Europa", schrieb Steinmeier in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Eckart von Klaeden (CDU), wies Kritik an dem geplanten Abwehrsystem in Osteuropa zurück. "Niemand im Westen will ein neues Wettrüsten", sagte er.

Merkels Warnung vor dem "Spaltpilz"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich zuversichtlich, dass der innereuropäische Streit über die Stationierung schnell beigelegt werden kann. Sie warnte wie Steinmeier davor, die Frage zu einem "Spaltpilz" in Europa werden zu lassen.

Steinmeier schrieb, ein Raketenabwehrsystem dürfe weder Ursache noch Vorwand für eine neue Rüstungsrunde sein. In der Diskussion darüber müsse sich beweisen, "ob wir in der Lage sind, überholte Denkmuster des Gegeneinanders und der Konfrontation zu überwinden". Beck forderte, Europa müsse mit einer Stimme gegen die Stationierung sprechen. "Es gibt weltweit genügend Probleme, die wir meistern müssen. Ich nenne nur die Stichworte Armut, Klimawandel und Terrorismus. Neue Raketen und Waffensysteme helfen da nicht weiter."

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