Starnberg - Der mit Auszeichnungen und Ehrungen überhäufte Kieler Diplomatensohn galt einigen Forschern als der letzte deutsche Universalgelehrte. In den Zeiten der Ost-West- Konfrontation wurde die Kriegsverhütung zu seinem zentralen Engagement.

Von Weiszäcker war lange Jahre Leiter des Max-Planck-Institutes in Starnberg. Schon früh beschäftigte sich der Physiker mit naturphilosophischen und politischen Fragen. Kein anderer Wissenschaftler hat sich als Zeit-Diagnostiker, Mahner und Vordenker der "Weltinnenpolitik" durch Jahrzehnte im öffentlichen Leben der Bundesrepublik vergleichbare Autorität erworben. Vor dem Hintergrund der Entdeckung der Uranspaltung und der damit verbundenen Möglichkeit, Atombomben zu bauen, lautete sein Leitmotiv: Die Wissenschaft trägt Verantwortung für die eigenen Ergebnisse - auch wenn deren Folgen nicht gewollt und nicht einmal absehbar sind.

Eine von der SPD und der FDP angetragene Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten lehnte der ältere Bruder des späteren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (CDU) mit der Begründung ab, er wolle kein "Ersatzkandidat" gegen Karl Carstens (CDU) sein.

(tso/dpa)

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