Paris - Nach seiner Niederlage bei der französischen Präsidentenwahl hat der Chef der Zentrumspartei UDF, François Bayrou, die Gründung einer "Demokratischen Bewegung" für die Parlamentswahl am 10. Juni angekündigt. Der Gründungsparteitag solle im Herbst stattfinden, sagte Bayrou in Paris. Die "neue unabhängige, offene Kraft" werde aber bereits unter dem Namen Demokratische Bewegung zur Parlamentswahl antreten. Die UDF sollte den Aufbau der neuen Kraft am Donnerstagabend beschließen.

Bayrou hatte im ersten Wahlgang der Präsidentenwahl 6,8 Millionen Stimmen oder 18,57 Prozent erreicht. "Wir haben die Pflicht zum Widerstand" gegen den Druck des künftigen Präsidenten Nicolas Sarkozy, sagte Bayrou. "Frankreich braucht diesen Widerstand." Wenn das Wesentliche auf dem Spiel stehe und man unter Druck gerate, sei es leichter, nachzugeben - doch vielversprechender, zu widerstehen. Ein Bündnis mit den Sozialisten gebe es nicht, sagte Bayrou. Der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit drängte die Sozialisten dagegen am Donnerstag erneut zum Bündnis mit Bayrous Demokraten.

Die meisten UDF-Abgeordneten haben sich Sarkozy angeschlossen, weil sie zu ihrer Wiederwahl die Unterstützung der Regierungspartei UMP benötigen. Sarkozy nahm Medienberichten zufolge auch Kontakte zu Sozialisten wie dem früheren Außenminister Hubert Védrine (Amtszeit 1997-2002) auf. Bayrou weist die von Sarkozy angebotene Öffnung seiner Regierung nach der bisherigen Konfrontationspolitik als unglaubwürdig zurück. (tso/dpa)

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