Washington/Berlin - Die US-Sender CNN und ABC hatten zunächst berichtet, die Planungen von Al Qaida nahe stehenden Terroristen hätten sich einem fortgeschrittenen Stadium befunden. ABC meldete, besondere "Besorgnis" gelte dem Hauptquartier des US-Europakommandos in Stuttgart. Die mutmaßlichen Attentäter hätten mit Bomben und Handfeuerwaffen angreifen wollen.

Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums sagte auf Anfrage: "Ich kann Ihnen sagen, dass das Europakommando keine aktuellen Geheimdienstinformationen erhalten hat, die diese Berichte erhärten würden. Die Sicherheitsvorkehrungen für unsere Armeeangehörigen bleiben unverändert."

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte zu den angeblich neuen Anschlagsplanungen: "Es handelt sich um den längst bekannten Sachverhalt, der die amerikanischen Behörden bereits vor einigen Wochen dazu veranlasst hatte, eine Warnung an die eigenen Staatsangehörigen in Deutschland zu veröffentlichen."

Warnung vom April

Auch ein US-Beamter in Washington sagte, es handele sich nicht um eine neue Bedrohung. Sondern es bestehe ein Zusammenhang mit den Sicherheitswarnungen, die am 20. April für US-Bürger in Deutschland ausgegeben worden seien. "Es ist nichts Neues. Es gibt keine genauen Hinweise auf das Ziel und den Zeitpunkt", sagte der Beamte. Ähnlich äußerte sich auch US- Außenamtssprecher Sean McCormack. Auch er verwies auf die Warnung vom April.

In der Sicherheitswarnung vom April hatte es geheißen, Amerikaner in Deutschland seien konkret von Terror bedroht. Mit Hinweis auf den notwendigen Schutz der Ermittlungen wurden aber auch damals keine Angaben über mögliche Ziele und mutmaßliche Täter gemacht. Nach Medienberichten vom April wurden Anschläge irakischer Terroristen aus dem Umfeld der äußerst gefährlichen Gruppe Ansar al- Sunna befürchtet.

Der innenpolitische Sprecher der SPD- Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, übte Kritik an der Praxis der US- Behörden, auch bei weniger konkreten Hinweisen vor Terroranschlägen zu warnen. "Die USA warnen sehr häufig. Und hinterher war es dann oft nichts. Das ist eine etwas ungute Situation für die deutschen Sicherheitsbehörden", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag).