London - Der erste Verdächtige im Fall der in Portugal verschwundenen Madeleine hat jede Schuld von sich gewiesen. "Ich bin zum Sündenbock für etwas gemacht worden, das ich nicht getan habe", sagte der 33 Jahre alte Brite, Robert M. in der Nacht zum Mittwoch. Die Anschuldigungen hätten sein Leben und das seiner Familie "ruiniert". "Ich werde das nur überleben, wenn sie Madeleines Entführer erwischen." Er war zuvor Stunden lang verhört und als erster offizieller Verdächtiger benannt, jedoch nicht festgenommen worden.

Die Kriminalpolizei teilte mit, dass gegen den 33-Jährigen Anhaltspunkte für eine Verwicklung in die Entführung des britischen Mädchens vorlägen. Es gebe jedoch nicht genug Hinweise, um ihn zu verhaften oder festzunehmen. Der Mann muss sich regelmäßig bei der Polizei melden. Die Ermittler wollten Material untersuchen, das sie bei der Durchsuchung des Hauses, in dem er wohnte, sichergestellt hatte.

Durch Hilfsbereitschaft verdächtig geworden

Die vier Jahre alte Madeleine war am 3. Mai in einer Ferienanlage in Praia da Luz an der portugiesischen Algarve-Küste entführt worden. Seitdem fehlt jede Spur von ihr.

Wie die Zeitung "Diário de Notícias" berichtete, gehen die Ermittler davon aus, dass das Kind noch am Leben ist und in einem Versteck gefangen gehalten wird. Die Fahnder gingen deshalb äußerst behutsam vor, um das Leben des Mädchens nicht zu gefährden. Chefermittler Olegário Sousa sagte, die Polizei habe "sichere Anhaltspunkte" dafür, was mit ihm geschehen sei.

Der in Portugal aufgewachsene Brite und seine Mutter (71), die seit mehr als vier Jahrzehnten in Praia da Luz lebt, hatten sich gleich nach dem Verschwinden Madeleines als freiwillige Helfer und Dolmetscher angeboten. Die Villa der Mutter war durchsucht worden, Computer und Mobiltelefone wurden sichergestellt. Der 33-Jährige gab an, zur Zeit der Entführung mit seiner Mutter gegessen zu haben.

Viele Spekulationen, wenige Fakten