Leipzig - Der EHF-Pokalsieger SC Magdeburg hat nach einem finanziellen Kraftakt die Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison doch noch erhalten. Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL) GmbH, Frank Bohmann, teilte den Magdeburgern per Telefon die Lizenzvergabe mit. Auch die weiteren 17 Erstligisten haben die Spielgenehmigung für die Saison 2007/2008 erhalten. Die geprüften Unterlagen werden den Vereinen in der kommenden Woche zugesandt.

"Alle 18 Erstligisten haben ordentlich gewirtschaftet. Zwei Klubs erhielten die Lizenz mit Auflagen, weitere zwei Vereine bekamen die Lizenz nur mit Auflagen und Bedingungen. Das heißt, die Bedingungen müssen erfüllt und es muss nachgebessert werden", sagte Bohmann, nachdem er alle Klubs vorab persönlich informiert hatte. Die Vereine hätten teilweise ganze Arbeit geleistet: "Die Darstellung der Finanzen ist viel professioneller geworden. Allerdings müssen wir einige Vereine enger an die Hand nehmen." Champions-League-Anwärter HSG Nordhorn erhält nach eigenen Angaben die Lizenz nur unter Auflagen. Der Klub, den Altlasten in sechsstelliger Höhe drücken sollen, muss den Schuldenabbau vorantreiben.

Weiterhin erstklassiger Handball in Magdeburg

Den Magdeburgern bescheinigte Bohmann ein gutes Zeugnis, denn "sie haben die schwierige Situation zufriedenstellend gelöst". Immerhin beklagte der SCM vor zwei Monaten noch ein Finanzloch von 600.000 Euro. "Wir sind froh, dass sich die Mühen der letzten Wochen ausgezahlt haben. Damit konnten wir absichern, dass es weiterhin erstklassigen Handball in Magdeburg geben wird", sagte SCM-Pressesprecher Siegfried Wagener.

Im März war der langjährige Manager Bernd-Uwe Hildebrandt zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ermittelt gegen ihn unter anderem wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung. Hildebrandt, der zuvor auch Mitglied im HBL-Lizenzierungsausschuss war, ließ daraufhin auch sein Amt als HBL-Vorsitzender ruhen.

Neue Vorwürfe gegen Hildebrandt

Erst am vergangenen Montag wurden auf der Präsidiums- und Vorstandssitzung des SC Magdeburg neue schwere Vorwürfe gegen Hildebrandt erhoben. Laut SCM-Präsident Rolf Oesterhoff habe der Ex-Manager eine Politik betrieben, die "letztlich auf einen Ausverkauf des Vereins" hinausgelaufen wäre. Nach Informationen der "Magdeburger Volksstimme" plante Hildebrandt im Zusammenhang mit dem Ausbau der WM-Arena Bördelandhalle eine Privatisierung des Bundesligisten.