Glasgow - Der FC Sevilla gewann das Finale in Glasgow gegen den Liga-Rivalen Espanyol Barcelona mit 3:1 im Elfmeterschießen und machte damit den ersten Schritt auf dem angestrebten Weg zum Triple. Zum Sieggaranten im Elfmeterschießen wurde Torhüter Andres Palop, der die Schüsse von Luis Garcia, Jonatas und Torrejon meisterte.

Vor 52.000 Zuschauern im Hampden Park hatte es nach 120 temporeichen und am Ende auch dramatischen Minuten 2:2 (1:1, 1:1) gestanden. Jonatas gelang erst fünf Minuten vor Ablauf der Verlängerung der Ausgleich für den Werder Bremen-Bezwinger, der schon in der 68. Minute Moises Hurtado durch eine gelb-rote Karte verloren hatte. Nach dem 2:1 durch Frederic Kanoute (105.) hatte sich Sevilla zu früh gefreut. In der ersten Halbzeit hatte Albert Riera (28.) die Führung für Sevilla durch Adriano (18.) ausgeglichen.

Andreas Hinkel nur Zuschauer

Während Espanyol auch im zweiten Final-Anlauf nach 1988 die Trophäe verpasste, gelang es dem FC Sevilla als erstem Team nach Real Madrid 1986, den Uefa-Pokal-Sieg zu wiederholen. Der Triumph von Glasgow soll für die Mannschaft von Trainer Juande Ramos, der den Ex-Stuttgarter Andreas Hinkel nicht für das Finale nominiert hatte, nur die erste Station gewesen sein: Bei nur zwei Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze greift der FC Sevilla auch noch nach dem nationalen Titel und steht zudem im spanischen Pokal-Finale gegen den Bernd-Schuster-Club FC Getafe.

Mit 32 Treffern bis zum Endspiel stellte Espanyol die torgefährlichste Mannschaft im Wettbewerb und auch in Glasgow spielte das Team seine Offensivstärke aus. Obwohl Trainer Ernesto Valverde den schon elf Mal erfolgreichen Torjäger Walter Pandiani überraschend zunächst auf der Bank gelassen und stattdessen ein kompaktes Mittelfeld aufgeboten hatte, suchten die Katalanen den direkten Weg zum Tor. Auf bewährte Kräfte setzte Sevillas Coach Ramos, der neun Akteure auf den Rasen schickte, die schon im letztjährigen Finale gegen den FC Middlesbrough (4:0) mit von der Partie waren.

Tempofußball auf nassem Rasen

Bei typisch britischem Regenwetter setzte Außenseiter Barcelona im Finale durch einen tückischen Distanzschuss von Hurtado (17.) den ersten Akzent. Sevillas Torhüter Andres Palop meisterte den Ball und leitete mit dem folgenden Abwurf über mehr als 40 Meter das Führungstor für seine Mannschaft ein. Der Brasilianer Adriano erlief das Zuspiel fast an der Seitenauslinie und startete ein unwiderstehliches Solo, bei dem er auch Espanyol-Keeper Gorka Iraizoz das Nachsehen gab. Doch der Schockzustand bei den Katalanen hielt nicht lange an. Als Riera an der Strafraumgrenze von Dani Alves nicht energisch genug angegriffen wurde, nahm Barcelonas Mittelfeldspieler Maß und traf mit seinem abgefälschten Schuss in die lange Ecke.