Magdeburg - Der Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger ist wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu insgesamt 4500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Magdeburg korrigierte damit in dem Berufungsprozess den Freispruch des Amtsgerichts vom Mai 2006. Der 61-jährige Hamburger soll während einer Rechtsextremen-Demonstration im Januar 2005 in Magdeburg einen Kreistagsabgeordneten der Linkspartei mit einem Faustschlag im Gesicht verletzt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Rieger bestritt die Tat. Er räumte in der Verhandlung lediglich ein, den Linkspartei-Politiker an der Brust gefasst und geschüttelt zu haben. Er sei bei einer Gedenkminute der Rechten "wie eine Hampelmann" auf und ab gesprungen. Das habe ihn empört, sagte Rieger.

Schon mehrfach wegen Körperverletzung verurteilt

Richter Lars Schröder sah die Tat hingegen nach der erneuten Zeugenvernehmung als erwiesen an. Zu dem Prozess war es auf Antrag des Politikers gekommen, der als Nebenkläger gegen den Freispruch aus erster Instanz in Berufung gegangen war. Die Staatsanwaltschaft hatte ihren Berufungsantrag wieder zurückgezogen.

Rieger ist seit 1968 in der Neonazi-Szene aktiv und wurde schon mehrfach wegen Köperverletzungsdelikten verurteilt. Er kann innerhalb einer Woche vor dem Oberlandesgericht Naumburg eine Revision des jetzigen Urteils beantragen. (tso/dpa)

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