Dresden - "Es läuft überraschend gut", sagte Initiator Andreas Henning. Am ersten Tag seien 1000 Besucher auf der virtuellen Insel "Dresden Gallery" gezählt worden. "400 davon kamen mit Freunden nochmal wieder", berichtete der Konservator für italienische Malerei der Galerie. Dort sind alle 54 öffentlich zugänglichen Säle und Kabinette maßstabgetreu nachgebaut und alle 750 ausgestellten Meisterwerke zu sehen.

In dem originalgetreu nachgebildeten Zwinger habe es ein großes Gedränge gegeben, sagte Henning. "Wir sind sehr zufrieden." Die Web-Galerie hat rund um die Uhr geöffnet, virtuelle Besucher können Kunst anschauen, miteinander chatten und sich informieren. "Es gibt interessante Gespräche und Dialoge", sagte er. Einige Gäste erinnerten sich an Galeriebesuche im wirklichen Leben, in Dresden lebende Second Life-Touristen fungierten bereits als Führer. Angesichts des Interesses von Museumskollegen aus aller Welt rechnet Henning in absehbarer Zeit mit Nachahmern.

Dresdner Galerie eine der bedeutendsten Sammlungen weltweit

Voraussetzung für einen Galeriebesuch ist eine eigene Figur, Avatar genannt, im Second Life. Realisiert wurde das virtuelle Museum von 3-D-Designern aus China und Deutschland, die das einzigartige barocke Architekturensemble des Zwingers und die im 19. Jahrhundert im Stil der Neo-Renaissance erbaute Sempergalerie mit Hilfe von Fotos und Videos detailgetreu nachbauten. Auf Grund von Zurückstellungen in der Programmierung ist laut Henning das zweite Obergeschoss noch nicht ganz eingerichtet.

Die Dresdner Gemäldegalerie gehört zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen ihrer Art und beherbergt Meisterwerke italienischer, holländischer, flämischer und deutscher Maler wie Raffael, Tizian, Rubens, Rembrandt, Vermeer, Cranach, Dürer oder Holbein. Die Online-Erlebniswelt Second Life (Zweites Leben) wurde vor rund vier Jahren vom US-amerikanischen Physiker Philip Rosedale und dessen Software-Schmiede Linden Lab erfunden. Sie hat inzwischen mehr als sechs Millionen Nutzer mit Computerfiguren. (tso/dpa)

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