Vor Beginn des G-8-Gipfels hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die großen Schwellenländer zur Schaffung sozialer Mindeststandards aufgerufen. In einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel schreibt Merkel: "Wir wollen der Globalisierung ein menschliches Gesicht geben. Wir brauchen daher die Anerkennung sozialer Mindeststandards. Die Entwicklung sozialer Sicherungssysteme in Schwellenländern ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, um den rasanten Industrialisierungsprozess gerecht zu gestalten."

Die in Heiligendamm vertretenen Staaten - also die wichtigsten Industriestaaten, die großen Schwellenländer und die afrikanischen Staaten - müssten sich zu ihrer gemeinsamen Verantwortung bekennen, forderte Merkel. "Mit Heiligendamm wollen wir eine neue Form des Dialogs schaffen - eines Dialogs auf Augenhöhe. Was in Heiligendamm politisch angestoßen wird, soll in internationalen Organisationen fortgeführt werden. Heiligendamm ist ein Angebot zu echter Partnerschaft bei der Lösung der globalen Herausforderungen." Die weltweite Zusammenarbeit werde immer wichtiger. "Nur gemeinsam können wir unsere Welt bewahren, können wir eine Zukunft in Frieden und Freiheit, in Würde und Wohlstand sichern."

Von dem Gipfel sollten auch "Impulse für die weltweiten Klimaschutzverhandlungen" ausgehen, unterstrich die Kanzlerin. "Der beschleunigte Klimawandel ist eine ernsthafte Bedrohung. Wenn wir ihn nicht stoppen, wird es zu massiven Umweltproblemen und erheblichen wirtschaftlichen Belastungen kommen. Deshalb brauchen wir ein entschiedenes Handeln der internationalen Gemeinschaft." Sie wünsche sich, dass die Demonstrationen "absolut friedlich" bleiben, schreibt Merkel.

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