Chinas Börsen haben eine Achterbahnfahrt erlebt. Während die Börse in Schanghai am Vormittag (Ortszeit) zunächst um knapp sechs Prozent abstürzte, schloss sie am Nachmittag um 2,63 Prozent höher bei 3767,10 Punkten. Den starken Fluktuationen war am Vortag ein Einbruch um mehr als acht Prozent vorausgegangen. Es war der stärkste Absturz seit Februar, als Chinas Börsen Aktienkurse auf der ganzen Welt mitgerissen hatten. Anders als damals reagierten die weltweiten Aktienmärkte bislang aber gelassen auf die Kurssprünge in Schanghai.

Das neu gewonnene Vertrauen der chinesischen Anleger führte die "China Daily" auf eine Neuzulassung verschiedener Fonds zurück. Damit sei der Kapitalzufluss an Chinas Börsen gesichert worden, was wiederum Aktienpreise steigen ließ. Der vorangegangene Börsensturz war durch Panikverkäufe verunsicherter Anleger ausgelöst worden, die weitere Schritte der Zentralregierung zur Abkühlung des chinesischen Aktienmarkts befürchteten. In der vergangenen Woche überraschte das Finanzministerium die Anleger mit der Verdreifachung einer Aktiensteuer von 0,1 auf 0,3 Prozent. Daraufhin waren die Kurse eingebrochen.

Zum Börsen-Tiefpunkt am frühen Dienstag hatte Schanghai innerhalb einer Woche bereits mehr als 20 Prozent verloren, wie die "China Daily" berichtete. Staatsmedien sprachen dennoch von einer kurzfristigen Korrektur. Seit Monaten warnen Ökonomen allerdings vor einer Blasenbildung an Chinas Wertpapiermärkten. Chinas Börsen waren in diesem Jahr bereits um mehr als 60 Prozent gewachsen. Der Shenzhen Composite Index der kleineren Börse in Chinas Süden schloss um 2,51 Prozent höher bei 1066,05 Punkten. (mit dpa)

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