Am Rande der G8-Proteste in Rostock ist der erste festgenommene Randalierer verurteilt worden. Das Rostocker Landgericht verurteilte den 31-Jährigen aus Baden-Württemberg zu zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Der Mann war wegen versuchter Körperverletzung und schwerem Landfriedensbruch angeklagt, er habe "mehrfach mit Steinen gezielt nach Polizisten geworfen". Das Gericht urteilte in einem beschleunigten Verfahren, das oft zur Abschreckung von Nachahmern angewandt wird.

In weiteren Schnellverfahren stehen am Mittwoch weitere acht Angeklagte vor Gericht, darunter eine Frau. Sie kommen aus Deutschland, Spanien, Belgien, Polen und der Ukraine und müssen sich wegen Körperverletzung und Landfriedensbruchs verantworten. Ein weiterer Beschuldigter muss unter anderem wegen Vorstrafen mit einer Strafe von mehr als einem Jahr Haft rechnen und kann daher nicht in einem beschleunigten Verfahren verurteilt werden.

Bei den Krawallen am Samstag hatte es knapp 1000 Verletzte gegeben, darunter 433 Polizisten und 520 Demonstranten. Rund 130 G-8-Gegner wurden festgenommen. Polizisten wurden mit Flaschen, Steinen, Fahnenstangen und "Molotow-Cocktails" angegriffen. (mit ddp/dpa)

mehr Nachrichten »