Rom - In Italien stehen möglicherweise die nächsten großen Doping-Enthüllungen bevor. Nach einem Bericht der Zeitung "La Gazzetta dello Sport" wird die römische Anti-Doping-Kommission in der nächsten Woche gegen Radprofi Eddy Mazzoleni, den Dritten des Giro d'Italia, und rund 100 weitere Sportler aus verschiedenen Disziplinen, Sportärzte, Betreuer und Funktionäre Ermittlungsverfahren einleiten. Zu den prominenten Sportlern, die zumindest verhört werden sollen, gehörten auch Giro-Sieger Danilo Di Luca sowie die Leichtathleten Giuseppe Gibilisco und Nicola Vizzoni.

Grundlage der Verfahren ist dem Bericht zufolge das 16.000 Seiten starke Dossier "Operation Oil for drug" der Staatsanwaltschaft Rom. Dieses fasst die Ergebnisse der fast vierjährigen Ermittlungen der Doping-Fahnder zu Doping und Doping-Handel in Italien zusammen. Die Fahnder deckten auch Verbindungen nach Spanien zum mutmaßlichen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes auf. Startpunkt der Ermittlungen war eine Doping-Razzia im Jahr 2003.

Der Chef der Anti-Doping-Kommission des Nationalen Olympischen Komitee Italiens (Coni), Ettore Torri, hat das Dossier erst im Zuge seiner Ermittlungen gegen den Doping-geständigen Radprofi Ivan Basso vor wenigen Wochen erhalten und umgehend reagiert. Aufgrund der Hinweise in dem Dossier ordnete Torri auch die unangemeldeten Blut- und Urin-Tests bei Di Luca, Mazzoleni, Riccardo Ricco und Gilberto Simoni beim Giro an. Die Ergebnisse werden in rund zehn Tagen erwartet.

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